Waren mit Reservierung zu viert am Sonntag da; mit großer Neugier auf die koreanische Küche.
Nach der Bestellung unterschiedlicher Vorspreisen wurden diese mit einer anscheinend für alle Vorspeisen gültigen Standard-Sauce serviert, die geschmacklich ok, aber nicht gerade der Überflieger war. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntermaßen nicht streiten.
Habe mir dann gemeinsam mit einer Freundin das Haupt-Gericht Nr. 36 (Haemul Jeongol Meeresfrüchte, Taschenkrebse, Garnelen, grüne Muscheln, etc.) für 17,50 EUR / Person bestellt. Das an einen Eintopf erinnernde Gericht wurde mit Mini-Gasherd und Schöpfkelle serviert. Nachdem es einige Minuten weitergegart war sollten wir dann essen. Also Schöpfkelle rein, und zum Vorschein kamen lauter schöne Schalentiere bzw. Teile davon; aber alle mit Schale. Als Werkzeuge waren uns zwei Stäbchen und ein Löffel zur Verfügung gestellt worden. Vielleicht ist es je schon mal irgendwem gelungen einem Taschenkrebs mit einem Löffel, oder gar mit Asiatischen-Standard-Stäbchen sein lecker Fleisch zu entlocken. Ich für meinen Teil fand es nicht nur unmöglich, sondern auch schlicht eine Frechheit.
Nicht nur, dass uns das für das Essen geeignete Werkzeug nicht zur Verfügung stand, sondern auch der Umstand, dass ich vor die Wahl gestellt war, mir entweder beim Entschälen des Suppeninhalts die Finger zu verbrennen, oder alternativ mein Essen kalt zu mir zu nehmen. Hat sich in diesem Gourmet-Tempel eigentlich irgendwer schon mal darüber Gedanken gemacht, wie man ein solches Gericht halbwegs zivilisiert genießen soll?
Ganz offenbar nicht; denn: Ich sprach dann die Bedienung darauf an, wie man denn üblicherweise das Gericht essen sollte (möglicherweise machte ja ich irgendetwas verkehrt). Nach einigem Unverständnis ob meiner Frage, zeigte ich dann auf einen langen, sehr harten Krebs-Arm und fragte, wie man denn aus diesem das Fleisch herausbekommen soll. Als Antwort wurde mir Achtung!!! prompt eine Haushaltsschere zur Verfügung gestellt. Als ich dann noch eine Schale mit Wasser haben wollte, in der ich mir zwischenzeitlich gerne mal die Finger sauber machen wollte (immerhin wurde der größte Teil der Zeit damit verbracht, die Meeresfrüchte zwecks Verzeher erst aus der Suppe und dann aus ihrer Verkleidung zu befreien) war das Verständnis der Bedienung auf absolut Null gesunken. Sowas hat noch nie jemand varlangt und wenn sie es unbedingt wollen, bringe ich ihnen auch eine Schale Wasser war das einzige, was ihr, verbunden mit einem sehr überheblichen Dauergrinsen, dazu einfiel.
Am Ende dieser kulinarischen Tragödie suchte ich noch mal ein Gespräch mit der Bedienung. Die Frage nach einem geeigneten Werkzeug für den Verzehr des Gerichts (Hummer-, Krebs-Zange) wurde mit die werden uns immer geklaut kommentiert. Immerhin wurde eingeräumt, dass eine Haushaltsschere wohl nicht das geeignete Instrument gewesen sei. Leider kam diese Erkenntnis erst am Ende von Allem.
Beurteilung:
- Einrichtung: stylisch kühl und reduziert
- Service: praktisch nicht vorhanden, und wenn doch, dann inkompetent, ungastlich und arogant
- Essen: s.o.
- Preise: völlig überzogen!
Mein persönliches Fazit: Nichts ist so überflüssig, als das es nicht noch als schlechtes Beispiel herhalten kann. Die Fermentierte Prinzessin gehört für mich dazu! Da man für das Posten der Beurteilung Sterne vergeben muss, erhält der Laden von mir einen Zwangs-Stern read more