Wer lust auf schlechtes Personal, altes Essen und verranzte
Räumlichkeiten hat, ist hier bestens aufgehoben. Selten habe ich einen
solch schlechten Restaurantbesuch erleben dürfen, aber lasst mich doch den Werdegang erklären:
Um
den Sonntag nicht am Herd zu stehen, dachten wir uns das nahegelegene
El Ganado zu besuchen. Bereits beim Eintritt sprang einem ein Hauch von
Freundlichkeit seitens des Personals entgegen. Während sich der Kellner
noch Mühe gab, uns in unsere Plätze einzuweisen, versuchte die junge
Dame getarnt als Kellnerin so zu tun, als hätten sich gerade von
Geisterhand die Türen geöffnet, weshalb es auch keinen Grund gab Guten
Tag zu sagen.
Anscheinend muss ihr ihr Kollege aber doch etwas
gesteckt haben, das wir das Restaurant betreten hatten, denn nach ein
paar Augenblicken trat sie mit Speisekarten an unseren Tisch. Eine
Begrüßung wurde leider weiterhin vermisst vllt hat sie aber der
Nachbartisch gefunden. Die Ermittlungen laufen Bei der Frage nach dem
Getränkewunsch hatte ich dummerweise gerade Luft geholt, anstatt gleich
zu antworten, sodass die junge Dame gleich wieder auf dem Absatz kehrt
machen und sich den Gesprächen mit ihrem Kollegen widmen konnte.
Nichtsdestotrotz
wurden wir dennoch nach unserer Bestellung zweier Radler mit Getränken
versorgt dummerweise gab es auch hier wieder diverse
Kommunikationsprobleme, denn in dem vor mir stehenden Bier wollte sich
einfach keine Sprite finden lassen. Kein Problem: einfach nachgefragt,
neues Glas Radler gebracht und alles ist gut denkste. Stattdessen
konnte der bereits abgetrunkene Schluck Bier direkt durch Sprite
aufgefüllt werden, sodass es danach immer noch nach Bier schmeckte. Ein
weiteres Nachfragen hätte sicher nur dazu geführt, dass ich eine zweites
Glas mit Sprite bekommen hätte, also bestellten wir lieber was zu
essen: Steak mit Backkartoffel, aber dazu gleich mehr
Während wir
also auf das Essen warteten, blieb der getarnten Kellnerin Zeit, die
wohlverdiente Zigarette vor dem Restauranteingang zu paffen und uns,
sich im Restaurant etwas umzusehen. Wen die verschmutzten Scheiben, die
defekten Glühbirnen oder die zwei Wochen alte BILD-Zeitung nicht störte,
wurde doch spätestens beim permanenten Öffnen der automatischen
Schiebetür zur Küche stutzig, die somit im dauerhaften Blickfeld von uns
lag. Live-Cooking ist ein Witz dagegen denn hier ist der Koch somit
noch nah am Gast dran. Wem's gefällt
Aufgrund dieser
unterhaltsamen Gegebenheiten kamen einem die 5 Minuten, bis das Essen
kam gar nicht so lang vor. Zur Erinnerung: Steak und Backkartoffel
standen auf dem Bestellzettel. Eigentlich hätte ich nach so kurzer Zeit
den Ping der Mikrowelle hören müssen, aber der ging wohl im wilden
Gehacke in der Küche unter Da sollte man meinen, man kann eigentlich
nur beim Steak was falsch machen, aber da irrte man mal wieder. Denn
wenn die Kartoffel schon seit zwei Monaten in der Küche herumgeistert,
ist das nicht zum besten für selbige. Das konnte mir die
Geschmacklosigkeit und die zweite Pelle, die sich im Inneren schon
gebildet hatte, bestätigen. Im Nachhinein fragt man sich immer wieder,
warum man sich sowas antut, aber wir aßen pflichtbewusst auf und auf die
beim Abräumen gestellte Frage, wie es geschmeckt hatte, folgte eine
Information über den Zustand der Kartoffel. Um das nicht kommentarlos
stehen zu lassen, folgte immerhin ein kurzes, aber bestimmtes hmm
durch unsere Bedienfachkraft.
Um uns weitere Abenteuer und Probleme
zu ersparen, schlugen wir den angebotenen Schnaps aus, bezahlten und
hatten beim Verlassen endlich mal wieder ein Restaurant gefunden, was
nicht mehr betreten werden muss.
Musste leider feststellen, dass man mindestens einen Stern geben muss, deshalb gibts den natürlich auch von mir. Bitte, El ganado. read more