Die Seekiste ist nett dekoriert und die Speisekarte liest sich gut. Der spezielle Streukäse (Öskensees?) war auch sehr lecker. Damit hört es dann leider auch schon auf, das Loblied. Wir kamen am Nachmittag nach der Kaffeezeit dort an und hatten Hunger. Eine Zumutung, wie die Bedienung uns sehr deutlich spüren ließ.
Dreist wie ich war, erfragte ich den Tagespreis für ein Krabbenbrot, der wohl erst noch in der Küche erwürfelt werden musste und entschied dann, dass mir das zu teuer ist (nun, ich wohne selbst am Meer, frische Krabben kann ich jeden Tag haben und weiß daher auch, was sowas in etwa kostet . jedenfalls nicht unbedingt soviel wie die Frau haben wollte), was der Bedienung ein sehr arrogantes aha entlockte. Das Essen wurde uns hingeknallt, die Tomatensoße tropfte bereits beim Servieren vom Teller unseres Sohnes, er wurde dann beim Abräumen in scharfem Ton auf die Flecken angesprochen. Da unsere Kinder zum Zeitpunkt unseres Besuches gerade ihre Erfahrungen sammelten hinsichtlich selbst bezahlen und Trinkgeld abschätzen, wollten sie natürlich auch hier bezahlen. Sie hatten sich die Preise für ihre Speisen und Getränke gemerkt und großzügiges Trinkgeld aufgeschlagen.
Als es ans Bezahlen ging, legte zuerst meine Tochter für einen Betrag um 15 Euro einen Zwanziger auf den Tisch und sagte freundlich das stimmt so.
Die unsensible Bedienung schaute einmal auf uns alle und sagte dann drohend und laut das glaubst du doch wohl selber nicht. Nun ja. Ich glaube, dies war die erste Gelegenheit meines Lebens, zu der ich selbst kein Trinkgeld im Restaurant gelassen habe.
Es ist mittlerweile schon ein Jahr her, aber wenn ich an dieses Ereignis denke, klumpt sich mein Magen immer noch zusammen eine sehr unschöne Erfahrung, die für uns ein Schatten über der Zeit auf Amrum bleiben wird . . als wir dann sehr rasch das Restaurant verließen, warf uns die Bedienung noch ein süffisantes schöne Heimfahrt . Ich arbeite selbst im Tourismus-Bereich und weiß, wie sehr einem Touristen auf den Sender gehen können. Gerade deshalb gehe ich, wenn ich irgendwo fremd bin, freundlich mit den Menschen um und nutze meine eigenen Erfahrungen, wenn mal irgendwo etwas nicht ganz reibungslos klappt. Aber hier bin ich einfach nur sehr sprachlos und überrumpelt gewesen angesichts soviel Pampigkeit und Unsensibilität. Und ich rate allen Menschen, die mir von ihren Amrum-Plänen erzählen, von der Seekiste ab vor allem dann, wenn sie Kinder haben, denn so möchte wohl niemand seinen Nachwuchs angeschnauzt wissen. Also Seekiste, trotz leckerem Angebot: einmal und nie wieder! read more