Meine Frau und ich beschlossen nach einer kleinen
Shoppingtour etwas zu essen. Ich erinnerte mich, dass ich mein Auto genau am
Eingang eines kleinen Lokals abgestellt hatte. Ich konnte beim Aussteigen kurz
einen Blick ins Innere erhaschen, da die Eingangstüre offen stand. Da wir
ohnehin zum Wagen zurück mussten um die Einkäufe zu deponieren, beschlossen wir
auch gleich das Lokal näher in Augenschein zu nehmen.
Da es Anfang Oktober schon etwas frisch war, wollten wir unsere unterkühlten
Körper mit einer warmen Mahlzeit auftauen. Also erkundigten wir uns beim
Personal, welche Optionen uns zur Verfügung stünden. Ein freundlicher junger
Mann beschrieb uns die verschiedenen Speisen und wir entschieden uns für ein
Panini sowie eine Tomatensuppe für meine Frau. Zudem entschieden wir uns gleich
für ein Menü, worin ein Getränk sowie eine Nachspeise inbegriffen waren. Als
Getränk wurde uns eine heiße Holunder-Minze feilgeboten, welche wir ebenfalls
probieren wollten.
Verfroren wie wir waren setzten wir uns direkt an den großzügigen, per Gas
betriebenen Kachelofen und schoben den Tisch näher an die Flammen. Das Personal
reagierte prompt und drehte den Ofen gleich noch einmal eine Stufe höher. Wir
quittierten die Aktion mit einem breiten Lächeln.
Während wir auf unser Essen warteten, konnten wir einen Blick auf die
Räumlichkeiten werfen. Eine durchgehende weiss lassierte Holzbank in L-Form.
Davor reihen sich in gleichmäßigen Abständen kleine, massive anthrazitfarbene
Steintische, welche man nur mit zwei Personen verschieben kann. Dazu noch ein
paar dunkle Holzstühlefertig. An der Wand stehen auf einem kleinen Sims zwei
Gemälde. Einzig die Kerzen auf den Tisch, umhüllt in Butter-Papier
lassen erahnen, dass das Lokal auch tatsächlich Butter heißt.
Das Essen wird uns an den Tisch gebracht. Überrascht stelle ich fest, dass zu
meinem puristischen Panini noch ein kleiner Beilagen Salat serviert wird. Es
ist nicht viel, aber die Zutaten sind exquisit gewählt. Neben dem üblichen
Grünzeug finden sich Rukola, Radieschen und Sojasprossen in dem Salat. Auch bei
dem Dressing hat man sich Mühe gegeben. Beim Probieren bemerke ich, dass das
Balsamicodressing nicht von der Stange stammen kann, sondern sicherlich selbst
angemischt wurde. Sehr lecker.
Auch der erste Blick auf das Panini kann überzeugen. Heiß dampfend präsentiert
sich das Weißbrot mit deutlichen Grillstreifen. Feine Röstaromen steigen mir in
die Nase. Hier hat einer
mitgedachtdas scharfe Messer schneidet wie Butter durch das
krosse Panini. Der erste Biss kann voll überzeugen. Die Zutaten wurden
anscheinend nicht allein der Komposition wegen ausgesucht. Die Qualität kann
überzeugen, man merkt, dass keine Einheitsware verwendet wurde. Mein Panini
bestand zwar im Wesentlichen nur aus Weißbrot, Italienischer Salami, Hartkäse,
Rukola und Artischocken. Jedoch wurden alle Komponenten mit Bedacht ausgewählt.
Bei der Salami handelt es sich beispielsweise nicht um die Einheitsware aus dem
Supermarkt nebenan. Auch das Brot war sicherlich nicht einfach zu bekommen, da
es sich in der Konsistenz vom Allerlei unterscheidet. Besonders die
Artischocken konnten überzeugen. Auf Nachfrage bestätigte man mir, dass man
Artischocken in Salzlake verwende und nicht die Version, welche man für
gewöhnlich in Öl vorfindet. Daher bleibt auch der sonst typische bittere bis
seifige Geschmack aus. Auch wurde das Panini nicht mit Rukola Vollgepackt
sondern nur ein paar Blätter als Gewürz verwendet. Geschmacklich war das
wirklich ein Gaumenschmauß und mit das Beste was ich letzter Zeit essen durfte. Auch die Tomatensuppe meiner Frau konnte überzeugen. Wenngleich Sie, für Ihren Geschmack, etwas zu viel von den Italienischen Kräutern intus
hatte, war Sie schön sämig und hatte eine tolle Farbe. Auch hier gab es als
Beilage das vorzügliche Weißbrot. Die hauseigene Komposition des Holunder-Heißgetränks
entpuppte sich als leckerer Warmmacher mit Suchtpotential, weshalb wir gleich
ein zweites bestellten. Im Glas befinden
sich viel frische Minze, Holundersirup, eine Orangenscheibe und eine
Zitronenscheibe. Erstaunlich wie lecker diese Zutaten zusammen harmonieren. Auch für die Nachspeise hatte man sich ein Highlight einfallen
lassen. Vanilleeis auf frischen Kürbis öl mit einer Schokoladentartar. Vor allem das Öl in Kombination mit dem Eis
konnte voll Überzeugen. Alles in allem hatten wir für nur 9,90 Euro pro Person ein
vorzügliches Mahl. Ich möchte betonen, dass ich mich nicht scheue, auch in Spitzenrestaurants,
mal ein Essen zurück gehen zu lassen, wenn es vom Geschmack her nicht
überzeugen kann oder schlichtweg falsch zubereitet wurde. Leider ist dies schon
zu oft passiert. Auch muss ich immer wieder feststellen, dass in vielen Lokalen
aus Kostendruck nur noch mit sogenannter Fertigware gearbeitet wird. Dass fängt
bei der Salatsoße an, geht zu Knödeln etc. weiter und hört bei Tiefgefrorener
Torte auf. Es ist teilweise eine Frechheit was da einem serviert wird. Umso erfreulicher ist es zu sehen, dass read more