Ich weiß nicht wie die Gastronomie in den letzten 149 Jahren war, aber was mir da vor ein paar Tagen am Schnitzeltag serviert wurde, hat mein skrupelloses Vorhaben mir für wenig Geld eine große Portion einzuverleiben gründlich vereitelt. Wie schon Äppler richtig feststellte, ersoff das dick panierte dünne und fade Schnitzel in einer blass gewürzten Einheitssoßem welche sich wie ein Tsunami über den Teller ergoss und alles unter sich begrub. Darin schwamm dann je nach Art die Beilage wie Schutt in einer Flutwelle. Als ob der Küchenchef es unbewußt geahnt hätte, deckte er die Katastrophe mit einer Ladung Pommes ab, welche übrigens wenigstens cross und relativ trocken waren natürlich nur un sofern sie nicht von der Flutwelle erfasst wurden.
Eine Frage der Kosten wäre es nicht gewesen ein paniertes Schnitzel so zu servieren, dass es knusprig bleibt, sofern es heiß uns kurz genug gebraten wurde. Auch die Soße kann man billig und schmackhaft selbst herstellen und je nach Art des Schnitzels geschmacklich so modifizieren das sie mit der Beilage korrespondiert.
Was jedoch dem Fass den Boden ausschlägt und die bedenkliche Philosophie der Gaststätte in ein recht schmuddeliges Licht rückt ist die Tatsache, das ich vor dem Urinal, also während der Verrichtung, mir nochmals in aller Ruhe die Speisekarte saure Nieren z.B.. ansehen kann. Welch ein genialer Einfall.
Leider muss ich sagen, dass Mainz 05 eher deutscher Meister wird, als dass ich dort nochmals Speise. read more