Am Fischerfest gab es fast ncihts mehr an kulinarischen Angeboten, - offenbar sehr gut gelaufenes Fest - Regen drohte ausserdem und so landeten wir nach gut 10 Jahren wieder mal im Löchnerhaus. Im Hotelrestaurant gibt es erkennbar einen höheren Anspruch.
Das Ambiente ist leicht angestaubt, allerdings ist die Seesicht sehr schön und der Service sehr zuvorkommend. Wir erhielten einen von noch 2 freien Tischen (Rest war reserviert) im Restaurant II, die Farben sind etwas im 80's Style, im Kontrast dazu Marmorfussboden und Holzvertäfelung der Decke sowie Raumteiler die nicht gerade ansprechend sind. Erwähnenswert ist auch die Restaurant "Standard" Karte, die etwas an Systemgastronmie erinnert (Faltbar, wasserfest, gedruckt), was den Verantwortlichen erkennbar auch nicht reicht, da es eine aktuelle schöne Zusatzkarte zum Thema Pfifferlinge gab.
Wir bestellten:
Tomaten Brot Salat, Tafelspitz mit zusaetzlich gebratenen Pfifferlingen als Beilage, Matjesfilet (Schmand) mit grünen Bohnen und Bratkartoffeln.
Das Timing lief gut, die Vorspeisen kamen nach kurzer Wartezeit. Der Tomaten-Brotsalat bestand aus geschälten und entkernten Tomaten, stark gerösteten Croutons aus dunklerem Brot, etwas geriebenen Parmesan und eine etwas zu sauren Vinaigrette. Beinhaltet waren auch grüne Bestandteile, die nicht genau erkennbar waren, wahrscheinlich wegen des leicht bitteren Geschmacks Rucula. Das Gericht war frisch (ausser Croutons) undansprechend zubereitet, leider aber etwas zu sauer und sehr salzarm.
Bei den Hauptgerichten setze sich das Bild fort: die Portionen waren ausgesprochen reichlich, aber leider kaum gewürzt. Der Tafelspitz hatte kaum etwas Bouillon abbekommen, war aber sehr zart. Das Begleitgemüse dazu war in Würfelform gebracht zeigte aber keinerlei Biss mehr und war ebenfalls nahezu ungewürzt. Die typische Meerrettich Sosse hatte Klümpchen und nur einen leichten Rettich Geschmack. Die Pfifferlinge waren gut mit Speck und Zwiebelen gebraten, allerdings in etwas zuviel Fett gebraten.
Ein anderes Bild bei den Matjes: Zwar war auch hier kaum gewürzt, allerdings waren die Filets ebenfalls sehr gut zubereitet und die Beilagen ausgezeichnet - die Bratkartaffoeln waren frisch und mit feinen Röstaromen erkennbar gut gebraten, die grünen Bohnen waren sehr frisch und perfekt auf den Punkt gedünstet.
Alles in allem wurde das Löchnerhaus seinem Anspruch nicht gerecht, die Unterschiedlichkeit der Geschmacksqualität und Zubereitung der Speisen hat uns nicht unbedingt angenehm überrascht. Jetzt sind natürlich 2 Gerichte an einem Sonntag abend nicht wirklich repräsentativ, allerdings hätten wir deutlich mehr erwartet. Der Preis lag mit insgesamt 70 Euro zu selbstbewusst über dem Grad der Angemessenheit. read more