Auf Suche nach einem neuen guten Restaurant in dieser Gegend sind wir - nicht zuletzt auch der guten Rezensionen der Vorredner wegen - auf das Khorassan aufmerksam geworden und haben an einem Samstag Abend dort einen Tisch für vier um 18.00 Uhr reserviert. Die Reservierung wäre jedoch gar nicht nötig gewesen, da wir bei Ankunft die einzigen Gäste waren. Im Laufe des Abends füllte sich jedoch das Restaurant, sodass ca. 1/4 der Plätze besetzt waren. Schade eigentlich, denn diesem Restaurant wünscht man deutlich mehr Umsatz, denn wir haben unser Abendessen dort sehr genossen!
Aber zunächst zum Service: Die beiden jungen Kellner, die sich um uns gekümmert haben, waren stets freundlich und zuvorkommend sichtlich bemüht und haben uns bei der Wahl der Speisen geholfen, Empfehlungen ausgesprochen und die Speisen beim Servieren genauer erklärt.
Der Empfehlung der Kellner sind wir gefolgt und haben eine Mischung aus gebratenen Auberginen- und Kürbisscheiben, dazu gehackten Spinat, gewürzter Basmatireis und Kräuterquark als Vorspeise für uns vier bestellt (obwohl es in der Speisekarte als Hauptspeise vermerkt war). Die Empfehlung war, wie sich herausstellte, Gold wert, denn die, trotz bekannter Zutaten, ungewohnten Geschmäcker, die sich auf unseren Zungen ausbreiteten, ließen genießen.
Zur Hauptspeisen wählten die Damen im Bunde das von einem Vorredner erwähnte "Narendj Palau" (Hähnchenbrust mit gebratenem Safranreis, Mandeln, Pistazien und Streifen von der Bitterorangenschale, dazu Spinat (süß pikant)). Das Gericht war herrlich leicht, äußert schmackhaft und auch reichlich. Unter dem gebratenen Safranreis war auch noch normaler Basmatireis, den man angesichts des gut gefüllten Tellers wohl auch etwas zurückhaltender hätte portionieren können. Das soll allerdings kein Manko sein, denn bei einem Restaurantbesuch sollen schließlich auch leere und hungrige Mägen gut gefüllt werden können.
Wir Herren bestellten "Kebab-e Degi" (Gebratene Lammkeule mit Zwiebeln, afghanischen Gewürzen und Pea Dahl in pikanter Sauce, dazu afghanisches Fladenbrot). Die Lammkeule war wunderbar zart, das Fleisch ließ sich fast schon auf der Zunge zergehen. Die Zwiebeln waren durch ihre Zubereitung rötlich-lila, geschmacklich zart und gaben dem Gericht Frische. Die Linsen in der pikanten Sauce harmonierten gut mit dem Lammfleisch. Insgesamt war auch dieses Gericht hervorragend und reichlich!
Einer weiteren Empfehlung der Kellner folgend haben wir zur Nachspeise "Firnee" (afghanischer Milchpudding mit Pistazien) gewählt. Allerdings nur eine Portion mit vier Löffeln. Auch dieses Gericht fand unsere einhellige Zustimmung, obwohl man auch sagen muss, dass diese bei Vor- und Hauptspeise noch deutlicher ausgefallen ist.
Wir können das Khorassan guten Gewissens weiter empfehlen, denn auch uns hat es sicherlich nicht zum letzten mal gesehen! read more