Ich war Anfang März das erste Mal im Hugos und wahrscheinlich auch das letzte Mal. Das Essen war ausgezeichnet, der Service jedoch das genaue Gegenteil. Vor allem über den Sommelier, den ich als arrogant, blasiert und gelangweilt empfunden habe, habe ich mich sehr geärgert. Deshalb habe ich am nächsten Tag meine Kritik dem Maître per Brief zukommen lassen. Hier folgt ein Auszug:
"... Bereits im Rahmen der Reservierung hat mich die mangelnde Professionalität verwundert. Zu einer telefonischen Nachfrage, die nicht sofort beantwortet werden konnte, blieb der versprochene Rückruf aus. Am Vortag erkundigte ich mich nämlich, ob es möglich wäre, einen Tisch für drei anstatt für zwei Personen zu erhalten. Ich habe mich gefreut, dass dies auch so kurzfristig noch ermöglicht wurde. Es hat mich jedoch insgesamt drei Anrufe und einen ganzen Tag gekostet, um dies herauszufinden. Eine weitere Unstimmigkeit gab es auch am Abend selbst. Wir wählten das 6-Gang-Menu Nr. 1, wobei meine Begleitung zu Beginn darauf aufmerksam machte, dass sie kein Fleisch isst. Sie bat darum, dass Fleisch durch andere Produkte ersetzt würde, was man ihr auch versprach. Trotzdem wurde ihr gleich im ersten Gang Schinken serviert.
Dies mögen Kleinigkeiten sein, die ich nicht erwähnt hätte, wenn ansonsten alles gestimmt hätte. Das war jedoch leider nicht der Fall. Was meine Begleitung und mich wirklich enttäuscht und auch verärgert hat, war das Verhalten des Sommeliers, Herrn ...
Er kam nicht zu uns an den Tisch, um uns wie versprochen, individuell zu beraten. Stattdessen stellte er gruß- und wortlos eine geöffnete Flasche Riesling in den Kühler, die uns dann von einer Kellnerin präsentiert und eingeschenkt wurde. Auch im Verlauf des Abends wirkte der Sommelier lustlos und überheblich. Freiwillig kam er nicht an unseren Tisch, sondern nur, wenn man ihn hierum durch Zeichen bat. Die dann erfolgte individuelle Weinberatung sah so aus, dass er uns mitteilte, dass wir zu jedem Gang ein Glas passenden Weines erhalten würden. Da wir insgesamt eher wenig Wein trinken wollten, fragten wir den Sommelier, ob es auch eine andere Möglichkeit gäbe, als zu jedem Gang ein ganzes Glas Wein zu erhalten. Daraufhin erhielten wir die knappe Antwort, dass die Weinbegleitung nun mal so aussähe. Die Weinkarte bekamen wir nicht zu sehen.
Im Verlauf des Essens wurden wir dann von einer Kellnerin vor die Wahl gestellt, ob wir zum nächsten Gang weiterhin Riesling oder einen Grauburgunder wollen. Erst gegen Ende des Abends erschien der Sommelier erneut. Diesmal schenkte er ungefragt Rotwein ein, der uns zuvor nicht präsentiert hatte. Erst auf Nachfrage teilte er uns mit, um was für einen Wein es sich handelte. Dabei waren die Auskünfte herablassend im Ton. Das Adjektiv, das den Tonfall am besten beschreibt, würde man umgangssprachlich als patzig bezeichnen. Ein Rioja! Daraufhin fragte meine Begleitung, ob er noch mehr zu dem Wein sagen könne. Aus Spanien! war die Antwort. Erst nach ausdrücklicher Aufforderung präsentierte er dann die Flasche und nannte das Weingut und den Jahrgang. Weitere Informationen erhielten wir nicht. Daraufhin war er verschwunden und kam auch nicht wieder, um die angekündigte Dessert-Weinempfehlung abzugeben. ..."
Das Beschwerdemanagement scheint dem Service in nichts nachzustehen, denn bislang habe ich noch keine Antwort erhalten. read more