Ich probiere ständig neue Restaurants in Charlottenburg aus, auf der Suche nach kleinen Perlen der Gastronomie...
Gestern Abend war das Don Quijote mal dran.
Leider für mich ein Restaurant der Kategorie: Einmal und nie wieder..
Zu meiner Bewertung:
Schön war, dass vor dem Restaurant in Leder eingebundene Speisekarten in Deutsch, Französisch und Englisch auslagen. +
Beim Öffnen der Karten, hatte man dann aber eher den Eindruck, als hätte ein Student während der Vorlesung ein paar Ideen für sein Abendessen niedergekritzelt. Völlig überlanden und kaum lesbar. -
Beim Entziffern der Karten, ging plötzlich die Tür auf und ein freundlich lächelnder Kellner bat uns einzutreten. +
Ich gab ihm zu verstehen, dass ich mir die Karte erstmal anschauen wollte... sehr überraschend war dann aufeinmal, dass der Kellner versuchte mich unangenehm aufdringlich zu überreden in das Restaurant zu kommen..(!) ---
Das Restaurant war sehr liebevoll eingerichtet und vermittelte einen gemütlichen warmbeleuchteten Eindruck.
Bis auf vier Tische am Fenster, waren die anderen Tische sehr kunstvoll für mehrgängige Menüs und mit vielen verschiedenen Gläsern eingedeckt.
Für meinen Geschmack hingen allerdings ein wenig zu viele Schinken von der Decke. Auch war die Raumtemperatur relativ kühl.
In dem Restaurant waren außer ein Pärchen in der Nähe des Fensters wo die nicht eingedeckten Tische waren, keine weiteren Gäste.
Beim Durchschreiten des Gästeraums, endeckte ich an einigen Gläsern einen leichten Staubfilm und mich beschlich das Gefühl, dass die eingedeckte Tische nur Dekoration waren.
Der Kellner führte uns ebenfalls zu einem Tisch am Fenster unweit dem Tisch des Pärchens.
Meine Freundin und ich wollten allerdings etwas diskreter sitzen und nicht an dem Gespräch des anderen Pärchens teilhaben, deshalb schauten wir uns in dem leeren Gästeraum nach einem geeigneteren Plätzchen um.
Dabei fiel mein Blick auf einen Heizstrahler, der auf die vom Kellner vorgeschlagene Ecke gerichtet war.
Da es nur in dieser Ecke angenehm warm war, setzten wir uns trotzdem an den am Fenster zugewiesenen Platz neben dem Pärchen.
Als ich mich setzen wollte, fiel mein Blick auf den Stoffbezug des Stuhls.. Dieser war so mit Klecksen von Soßen und Essensresten verschmutzt, dass ich mir einen einen sauberern Stuhl suchen mußte.
Als ich mich setzte und meinen Arm am Tisch abstützte, um die gereichte Speisekarte zu studieren, wurde mein Hemd plötzlich sehr nass.
Verdutzt schaute ich auf die nassegelbe Stelle auf der Tischdecke. Offentsichtlich hatte man versäumt die Decke nach dem letzten Gast zu wechseln. Da allerdings einige Flecken auf der Decke schon eingetrocknet waren, saßen an dieser Decke wohl schon mehrere Gäste.
Da meine Freundin und ich sehr hungrig waren und die Karte ja etwas unübersichtlich war baten wir den Kellner uns einen Vorschlag zu machen.
Meine Freundin äußerte jedoch, einen nicht ganz so kräftigen Wein zu bekommen.
Der Kellner war sehr hilfsbereit und machte mehere Vorschläge, allerdings war er dabei ziemlich unaufmerksam und schaute dabei ständig aus dem Fenster als wollte er nicht verpassen, was dort draussen passiert.
Wir nahmen daraufhin die Tappasplatte mit Schinken dazu den halbtrockenen Rotwein.
Überraschend schnell kam dann das Essen:
ein Holzbrett mit 6 hauchdünnen Schinkenscheiben (Jamon Iberico), eine kleine Schale mit 8 Garnelen in kochenden Knoblauchöl (Gambas al Ajillo Espanol) und eine Minipfanne mit 7 aufgespießten Datteln mit Speck. Dazu gab es Weißbrotscheiben. Leider keine Dips..
Da wir sehr hungrig waren, waren wir ein wenig überrascht von der kleine Menge.
Auf Nachfrage war es allerdings nicht die Vorspeise sondern schon das Hauptgericht.
Der Schinken war sehr würzig und schmackhaft,
Die Dattel waren leider etwas angebrannt und die Garnelen waren sehr laberig und hatten einen seltsamen Nachgeschmack.
Auch der Hauswein war für mich als Weinliebhaber leider sehr sehr enttäuschend...
Die Rechnung für diesen kleinen Snack betrug 45,10 Euro
Als mich der Kellner anschließend fragte, ob wir öfters in Berlin wären, entgegenete ich das wir Anwohner sind.
Er wirkte sehr überrascht und wünschte einen schönen Abend.
Fazit:
Die Gesamtpräsentation in dem Restaurant ist sehr enttäuschend.
Die Geschäftspolitik ist offentsichlich auf Touristen ausgerichtet.
Einmalgäste werden maximal gewinnorientiert abkassiert
Das PreisLeistungsverhältnis stimmt gar nicht... Das Essen war im Verhältnis zu anderen Tappasrestauranst in der Umgebung, am schlechtesten.
Mir ein Rätsel wie die vorhergehenden Bewertungen zustandegekommen sind. Vieleicht hatte der Koch ja auch nur einen schlechten Tag..
Aber wenn ein Restaurant an Heizkosten und Tischdecken spart, seine Gäste wie Dekoration am Fenster plaziert und ein Kellner die Gäste auf der Straße ins Restaurant überreden muss...spricht das wohl für sich..
Es ist halt nicht alles Gold, was glänzt..
Zum Glück gibt es auch ausgezeichnete Tappasrestaurants in der Umgebung... read more