Die Berliner Republik wirbt damit, eine familienfreundliche, unfassbar authentisch-urige Kneipe des Berliner Nachtlebens zu sein, mit typical Berlin-Food for typical Berlin people wie Politikern, Brokern, Journalisten, und sonstigem Volk, welches man natürlich in erster Linie mit typical Berlin (bitte in englischer Aussprache) assoziiert, wie sollte es auch anders sein, typical halt. Was die Berliner Republik aber verschweigt, ist, dass Politiker, Broker und Journalisten jetzt ja auch nicht immer zwangsläufig recht haben, wenn sie etwaige Empfehlungen aussprechen, man denke an den Mauerbau und Schwarzgeldgeschäfte, man denke an Skandale und andere typical Berliner Dinge...
Was sich aber sagen lässt: Um einen Fußballabend zu organisieren, also etwa 250 Gäste gleichzeitig zu bedienen, für halbwegs kontinuierlichen und reibungslosen Nachschub zu sorgen und etwaiges Essen bereitzustellen, ist der Laden nicht ausgelegt, wobei man der Börse und ihren Eigenheiten schon unfreiwillig recht nah kam, zumindest mit dieser Assoziation hat die Berliner Republik also vollkommen recht, keine Frage. Man muss sich das Szenario nämlich so vorstellen: Kunde XY geht mit den Koffern voller Geld zu einem Veranstalter und sagt, ich garantiere dir Summe XY, wenn du diesen Laden ausschließlich für uns reservierst. Dir wird versichert, dass du an jenem Tag Summe XY erhälst, wir bitten dich, dafür zu sorgen, dass du uns einen schönen Abend bereitest.
Betrag XY wäre erreicht gewesen, wenn jeder der Anwesenden in etwa zwei Bier und ein Essen oder wahlweise vier Bier bestellt hätte, denn, es sei angemerkt, jeder der Anwesenden sollte seine Speisen und Getränke nämlich höchstselbst bezahlen. Dadurch, dass irgendwann Ansgar Brinkmann da war, wurde die Rechnung natürlich ad absurdum geführt, alleine Ansgar Brinkmann sorgt schon für, aber lassen wir das mal außen vor. Bei den Preisen der Berliner Republik ging es also darum in etwa 500 bzw. 1000 Bier und 250 Essen bzw. 0 Essen bei nach und nach eingehenden Bestellungen und innerhalb von drei Stunden zu servieren, für ein gutes Team aus drei bis vier Tresenkräften und sechs bis acht Kellnern überhaupt kein Problem, wenn die Küche ordentlich besetzt ist. Schwierig wird so ein Unternehmen nur dann, wenn man für den Abend eine Auszubildende, noch zwei bis drei andere Kellner und zwei vor sich hin schlurfende Tresenkellner bereithält, in der Küche formierten sich aller Wahrscheinlichkeit nach zwei Köche, die irgendwann mächtig ins Schwitzen gerieten und sich nur noch wechselseitig anschrien und bedrohten. Fernab also davon, dass die angehende Gastronomiefachfrau das ärmste Schwein an dem Abend war und zwischenzeitlich kurz vor dem Nervenzusammenbruch stand, war man also, gelinde gesagt, mit der Aufstellung seines Teams für diesen Abend -nennen wir es mal- etwas überfordert, was natürlich insofern kein Problem bedeutet, als dass einem ja die Summe XY eh garantiert war. Was übersetzt bedeutete, und hier mal für die Finanzjongleure unter uns: Man hat viel Geld in eine ziemliche Luftblase gesteckt, ich weiß nicht, wie der Fachausdruck dafür ist, womöglich Ostblockimmobilie, ich bin mir da aber nicht sicher. Und dass die Börse auch immer solche Überraschungen bereithält, auch das ist nicht erst seit gestern bekannt ;).
Ich hab keine Ahnung, wie der Laden ist, wenn da wirklich nur etwaige stumpfsinnig vor sich hin guckende Politiker herumturnen, aber wer eine Location sucht, wo er "familienfreundlich" bedient wird, wenn dort mal eine Fußballfamilie oder sonstige familiäre Gesellschaften auftauchen, der ist am vollkommen falschen Platz gelandet. In diesem Falle ganz, ganz dringend meiden... read more