Ich habe eine chronische Darmerkrankung und musste dringend auf eine Toilette. Da man als Mensch mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung nicht viel Zeit hat, eine Toilette zu finden, wählte ich Cozy's am Boxhagener Platz. Dort hatte ich schon des Öfteren einen Latte macchiato gekauft und das Lokal lag ganz in der Nähe. Auf meine höfliche Bitte hin und nach einer notgedrungen schnellen Erklärung meiner Situation, verweigerte mir die Belegschaft konsequent den Toilettenzugang. Ich müsse erst etwas kaufen. Ich bat an, ihnen schnell einen Euro geben zu dürfen, denn es war nun wirklich dringend.
Dies wurde verweigert, ich sollte etwas Teureres kaufen. Nun war ich kurz davor, mir in die Hose zu machen, ich rannte verzweifelt, gegen den Willen der Belegschaft, zur Toilette. Ich hatte keine andere Wahl, denn die Alternative wäre gewesen, mich vor der Belegschaft zu erleichtern. Ich hatte ein Kleid an und alles wäre die Beine entlang auf den Boden des Cafés gelaufen. Darauf hätte ich schmutzig ,mit Kot an den Beinen stinkend nach Hause laufen müssen. In zwanzig Jahren mit dieser Erkrankung ist mir so etwas nur einmal passiert. Die meisten Cafébesitzer können sehr gut nachvollziehen, dass man sich nicht vor ihnen in die Hose machen möchte. Den meisten muss man nicht einmal den Behindertenstatus erklären oder Bezahlung anbieten, während man mit verzerrtem Gesicht von einem Bein auf das andere hüpft. Nach getaner Tat versuchte ich nochmal, mit der Belegschaft zu reden, denn es ist sehr wichtig für schwerbehinderte Menschen, dass ein Toilettengang in Notsituation nicht verweigert wird. Ich zeigte meinen Behindertenausweis, erklärte wie wichtig es ist, aber es kam keine Einsicht oder gar Entschuldigung. Natürlich muss man als Café schwerbehinderte Menschen, die sich in einer Notsituation befinden, nicht auf seine Toilette lassen. Ein akzeptabler Umgang mit Mitmenschen ist das jedoch nicht. read more