Eines der besten Locations für Fleischesser und für türkische Küche. Wir waren zu viert. Adana Kebap, Adana Kebap mit Pistazien, Kalbsspiess und ich Baba Pirzola, d.h. vier Lammkoteletts. Direkt übersetzt nach Wörterbuch heißt Baba=Vater/Papa. Im übertragenen Sinne kann man es mit groß, mächtig übersetzen. So waren die vier Koteletts, denen die Rippenenden hier nicht weggekloppt werden, so dass diese ganz schön groß sind. Ich habe zwei davon an meine Freunde abgegeben bzw. abgeben müssen. Ist einfach zu viel, insbesondere wenn man vorher die obligatorischen Vorspeisen genossen hat. Dass die Koteletts auf Holzkohle gerillt wurde, hätte ich auch geschmeckt, ohne das auf der Speisekarte gelesen zu haben bzw. auch gelesen zu haben. Es ist eine offene Küche, wobei es auf der Grill-Seite mit Glas umschlossen ist, so dass man nicht nach Kebap riecht, wenn man nahe am Grill sitzt. Sehr klug durchdacht.
Es ist ein neues Local am Wittenbergplatz, entsprechend ist das Embiente niet-nagel-neu. Alles stimmig, von Tisch, Stuhl, Wand und Decke. Modern, unaufdringlich aber auch gemütlich. Bei der Bedienung (es waren 2 Kellner und eine Kellnerin) merkt man, dass diese nicht Aushilfskräfte sondern Fachkräfte sind. Neben der korrekten Bedienung sind diese auf unsere Späße eingegangen, haben unseren Getränkekonsum beobachtet und wenn nötig, immer nachfragt, ohne dass wir diese rufen mussten. Sie waren bei der Fleischauswahl kundig, haben die Entscheidung erleichtert. Herausragend war jedoch nicht nur die Empfehlung der Süßspeisen, die wir eigentlich zuerst nicht wollten, wir waren ziemlich satt, es waren die richtigen vier verschiedenen türkischen Süßspeisen, die aber nicht Sirup ertränkt wurden und was wir nicht erwarteten, war der Umstand, als wir die Süßspeisen und den Koch lobten, die Kellnerin genau sagen konnte, was für Zutaten diese enthielten und wie diese zubereitet werden. Über die Weinauswahl können wir diesmal nichts sagen, weil wir uns auf (übliche) Softgetränke und auf Raki konzentriert haben. Einen besseren Raki haben wir in Berlin nicht getrunken, es ist die höchste Qualität, die die Türkei für den Export zur Verfügung stellt ("No:10"). Auch für deutsche Gaumen sehr weich und bekömmlich für Körper und Seele.
Der Chef kam zur Begrüßung und zum Abschied, was sicherlich dem Umstand der Neueröffnung und damit der Kontrolle der Abläufe und der Kundenzufriedenheit geschuldet ist. Wir sollten auch zum türkischen Frühstück am Wochenende zum Brunch und zum türkischen Lunch am Mittag kommen, wo Hausmannskost authentischer Gerichte angeboten werden, die man in Berlin nicht bekommt. Wir sind gespannt und werden auch diese ausprobieren, weil dieser Abend tatsächlich optimistisch Vorgeschmack auf Frühstück und Mittagessen gegeben hat.
Im Großen und Ganzen hat Berlin wahrlich etwas Empfehlenswertes bekommen, die ich und meine Freunde unbedingt empfehlen, die sich von der bisherigen Gastronomie türkischen Einschlags abhebt. Das schreiben hier vier türkische Gaumen, die die Gastronomie in Berlin kennen. read more