Unstimmiger Gesamteindruck.
Wir waren Sonntag mittag zu zweit im Toro Grosso.
Der Gastraum hat etwas Bahnhofshallenatmosphäre. Dazu trägt auch bei, dass eine ganze Reihe von Tischen erhöht, mit einer Art Barhocker ohne Lehne sind - sicher nicht jedermanns Sache. Insgesamt ist es recht laut. Nicht die Küche selbst aber die Durchreiche zur Küche ist offen, so dass man mitbekommt, was sich so in der Küche zugerufen wird - auch das trägt nicht unbedingt zu einer entspannten Atmosphäre bei. Dem Bedienpersonal fehlt es zudem an Rückzugsmöglichkeiten, was dazu führte, dass wir als Gast unnötigerweise Diskussionen und Zurechtweisungen mitbekommen haben.
Das alles passt irgendwie nicht zu der durchaus etwas ambitioniert klingenden Steakhouse-Karte mit den entsprechenden Preisen.
Wir hatten Hüftsteaks bestellt, die standardmäßig mit Rosmarinkartoffeln und etwas Pesto-Brot kommen, dazu jeder eine Beilage (Bohnen / Pilze) sowie eine Sauce bzw. Kräuterbutter.
Die Steaks waren hervorragend (qualitativ sehr gutes Fleisch!) auf den Punkt gebraten - nichts zu meckern, auch an den Kartoffeln und Brot gibt es nichts auszusetzen - sehr solides Handwerk. Warum man jede zusätzlich bestellte Beilage trotz riesiger Teller noch jeweils in einer Extra Schüssel oder Teller servieren muss, war uns nicht ganz nachvollziehbar - das wird selbst bei den recht großen Tischen zur logistischen Herausforderung.
Auch die Bedienung passt zum unstimmigen Gesamteindruck. Auch wenn unser Kellner auf uns sehr sympathisch wirkte, passte seine etwas rustikalere Art irgendwie nicht in das angesichts der Speisekarte erwartete Bild.
Zusammengefasst: Sehr gute Steaks in einer eher ungemütlichen Atmosphäre und damit ein bisschen überteuert.
P.S.: Wir sind sehr gespannt wie das Konzept im Sommer im Außenbereich funktionieren soll - irgendwie scheint ein Steakhouse nicht zu Spaziergängern, Radwanderern und Ausflüglern zu passen - aber das wird man natürlich erst noch sehen müssen. read more