Die Idee eines Salat-Subways finde ich nach wie vor prima, da es eine gesunde und trotzdem leckere Alternative zu den anderen Fastfood-Läden in Marburg ist. Seit Eröffnung des Ladens in der Schwanallee esse ich dort etwa 1-2 Mal die Woche. Die Ambiente in diesem größeren Laden ist sehr hell und freundlich und die Sitzgelegenheiten gemütlich. Außer zur Mittagszeit, wenn die Schüler aus den umliegenden Schulen die Fastfood-Läden der Schwanallee stürmen, muss man auch nicht lange anstehen. Es gibt viel Auswahl an frischen Zutaten und verschiedene, recht kreative Soßen, so dass es nicht langweilig wird. Jeder Salat hat mir bisher sehr gut geschmeckt.
Leider wurden die Preise mittlerweile deutlich angehoben, so dass ein Kleiner Salat nun 3,50 Euro (vorher: 2,90 Euro) und ein Großer Salat 4,50 Euro (vorher: 3,90 Euro) kostet. Das ist eine ganz schöne Preisanhebung, vermutlich war der bisherige Preis eine Art Lockangebot. An sich könnte ich damit auch leben, immerhin bezahlt man in Marburg für einen Döner auch zw. 3-4 Euro, und für gute Qualität gebe ich auch gerne mehr aus. Jedoch bin ich nicht davon begeistert, dass proportional auch die Portionsgrößen der einzelnen Zutaten abnehmen. Beispiel:
Als ich neulich einen großen Salat bestellte, wurden mir dort nur noch vier (!) dünne Paprikastreifchen darauf gelegt. Nachdem ich mich darüber beschwert hatte, gab man mir zwar mehr, jedoch mit der Aussage, dass das eigentlich die übliche Portionsgröße für Paprika sei. Ich muss dazu sagen, dass ich früher vom kleinen Salat ohne Extras satt geworden bin, mittlerweile ist das nicht mehr der Fall. Leider musste ich auch feststellen, dass es mengentechnisch zu dem großen Salat auch kein Quantensprung ist, lediglich mehr Blattsalat und ein weiteres Brötchen scheinen den Unterschied von einem Euro auszumachen. Auch meine Freundinnen, die ebenfalls Fans vom Salädchen sind, haben ähnliche Erfahrungen gemacht und ärgern sich fast bei jedem Besuch über neue Einsparungen, sei es, dass man weniger Stückchen Fleisch als früher für immerhin einen deutlichen Aufpreis von 1,50-2,00 Euro bekommt oder lediglich eine Prise Gouda.
Fazit: Jedes Salatblatt einzeln abzuzählen ist wie beim Einschütten eines Glases den Eichstrich millimetergenau einzuhalten. Hier sollten sich die Betreiber vielleicht überlegen, ob man mit der bald geizig anmutenden Abzählerei von doch sowieso eigentlich sehr überschaubaren Portionen nicht das Gegenteil erreicht; zwar Geld einspart, aber Kunden vergrault jedenfalls die, die von Anfang an den Laden besucht haben und genau wissen, was man dort früher für 2,90 Euro abgezählt bekommen hat. Ich muss jedenfalls gestehen, dass ich nun deutlich seltener ins Salädchen gehe, zumal auch die Suppen immer dünner und wässriger werden (sollte eine Kartoffelsuppe nicht sämig sein?) und auch der Service sehr schwankt (fehlende Zutaten ab Nachmittags, abgeschalteter Grill 1 Stunde vor Ladenschluss, stark schwankende Portionsgrößen je nach Bedienung eigentlich jedes Mal erlebt man irgendetwas Neues).
Ich bedaure es daher sehr, diesem an sich schönen Laden mit dem tollen Konzept nur drei Sterne geben zu können und hoffe einfach, dass sich die Lage wieder bessert. Da leider auch nie Kummerkarten ausliegen, wenn ich im Salädchen bin und die Betreiber hier offensichtlich lesen, dachte ich, ich werde meinen Kummer an dieser Stelle mal los.
PS: Warum gibt es die schönen Pappboxen mit den Tragegriffen nicht mehr? Die waren wirklich praktisch! read more