Allgemein
Nach ca 3 Jahren wurde es Zeit für einen neuen Besuch. Geändert hat sich seitdem zumindest optisch nicht viel.
Bedienung
Wir wurden freundlich begrüsst und konnten uns einen Tisch aussuchen. Wie wor 3 Jahren kann ich den Service nur als sehr gut bezeichnen - Gläser hatten keine Chance an der Luft zu trocknen, alles wurde aufmerksam registriert. Es fiel dem Service Mitarbeiter sogar auf, dass ich die zum Brot gereichte Fisch Creme verschmähte - und es wurde eine Kräutercreme zusaetzlich gebracht. Das ganze ohne permanentes, nerviges "allesrechtbeiihnen" - wirklich gut.
Das Essen
Wir entschieden uns für das Degustationsmenü mit passender Wein/Getränkebegleitung, welches monatlich wechselt:
Entenleberterrine mit Malzbiergelee, Brioche, Feldsalat, Cranberries und Nüssen (Chardonnay, Domaine de la Croix Belle)
Kürbis-Ingwersuppe mit Lamm-Ravioli und Preiselbeeren (Ciro Rosato, Kalabrien)
Sauerkrautsorbet mit gebackenem Spanferkel (New Fashioned)
Rosa gebratener Hirschrücken mit Briocheknödel, Backpflaumen, Kräuterseitling, Kürbis, Schwarzwurzeln und Rotkohljus (Tinto Tempranillo, La Mancha)
Popcornsorbet mit Kokosmousse und Maiscreme (Frozen Vanilla Vodka)
Zum Start gab es einen Gruss aus der Küche: ein kleines Glas heisse Waldpilzcremsuppe - ein guter Beginn, der von 2erlei frischen Baguette mit einer Fischcreme und einer Kräutercreme begleitet wurde. Das Brot wurde sofort nachgebracht, wenn die Schale leer war - sehr aufmerksam. Die Terrine setzte bereits ein Ausrufezeichen: schön angerichtet und mit kräftigem, typischen Geschmack passten alle Bestandteile sehr gut zusammen. Sehr schön: frisch karamelisierte Walnusshälften. Dabei setzte der leicht gerüffelte Feldsalat einen angenehmen Gegenpol - ungewöhnlich zusammengestellt, aber sehr gut. Die feine Kürbissupe wurde im Glas serviert und war schön scharf. Dabei stach der Ingwer aber nicht hervor, sondern es gab noch etwas Platz für den kräftigen Eigengeschmack des frischen Ravioli im Spinatnudelteig - auch hier wieder ein Gegenpol der Geschmacksrichtungen durch die Preiselbeeren. Dann wurde es schräg: Sauerkrautsorbet! Das Sorbet schmeckte tatsaechlich nach milden Sauerkraut und leicht süss - als Zwischengang ungewöhnlich und auch noch sehr gut gemacht. Die kräftig gerösteten Stücke vom Spanferkel passten sehr gut und sorgten dafür, dass Sauerkrautgeschmack und Süsse nicht überwiegten.
Der Hirschrücken war schön angerichtet und tranchiert, der Gargrad perfekt. Der Rotkohljus war kräftig und als solcher klar erkennbar, die Pflaumen brachten die die Süsse ins Spiel und die Beilagen waren schön angerichtet und in der Portion passend. Absolut Outstanding. Das Desert hatte einen schönen frischen Popcorngeschmack, der durch das Mousse mit Kokos under Maiscreme abgerundet wurde. Nicht zu süss, toll abgestimmt.
Ein Wort zu den Getränken: diese waren erkennbar auf den jeweiligen Gang abgestimmt und ergänzten die einzelne Gänge. Es handelt sich nicht um sehr hochpreisige Weine, aber das geht bei dem Preis mehr als in Ordnung. Die Harmonie war da, erkennbar und ein Genuss. Der "new fashioned" Drink war interessant: eine Mischung aus Portwein und einem rauchigen Malt, offenbar angesetzt mit Kirschen. Eine schöne Kombination als Begleiter zu einem Sauerkrautsorbet :-). Der Frozen Vanilla Vodka passte optisch gut zum weissen Desert - war vielleicht etwas viel Kühle: Sorbet und eisiger Drink, aber geschmacklich einfach gut.
Fazit: für 50 EUR je Menü erhielten wir eine tolle Leistung von Küche und Service. Die Zusammenstellungen sind frisch, ungewöhnlich und verbinden teilweise klassische Gerichte mit moderner Küche. Überzeugend: die Getränkeauswahl.
Aus meiner Sicht ist dieses Restaurant völlig unterschätzt - es ist selten voll.
Das Ambiente
Schön eingedeckte Tische, helle, freundliche Farben und sehr bequemes Mobiliar. Auf den Tischen stehen Salz und Pfeffermühlen und ein gutes Olivenöl. Das einzige, was nicht so ganz dazu passte waren die Blumendeko - aber geschenkt, lieber daran etwas sparen als an der Qualität der Küche.
Sauberkeit
Alles so, wie es sich gehört - sauber, ordentlich read more