Ich war am 15.03.2015 zu einem Seminar im Leonardo Royal Hotel in Köln. Meine Bewertung beschränkt sich insofern auf die Bereiche Service / Catering / Mittagessen / Personal.
Um es gleich vorweg zu nehmen, Royal sind alleine die Preise. Einen so schlechten und vor allen Dingen unambitionierten Service habe ich indes lange nicht mehr erlebt.
Aber der Reihe nach: Das Seminar dauerte von 9 bis 18 Uhr; die Anzahl der Teilnehmter lag bei knapp 20 Personen. Das Hotel berechnete eine Tagungspauschale von 57,00 EUR p.P. und stellte folgende Leistungen in Aussicht: 2 Kaffeepausen, unlimitierte Getränke im Raum, Mittagessen.
Der Tagungsbereich machte insgesamt einen etwas schmuddeligen ersten Eindruck, eine Renovierung wäre m.E. überfällig. Zusätzlich zur Tagungspauschale wären 1,80 EUR Parkgebühren je angefangener Stunde berechnet worden. Ich habe deshalb außerhalb geparkt.
Erst kurz vor Seminarbeginn wurde das Catering für die Kaffeepause aufgebaut: 3 Kannen Kaffe je 1,0 Liter, ein Kännchen Milch und einige wenige Mini-Gebäckteile sowie ein Glas mit Mini-Tüten Haribo. Daneben noch 2 Kannen heißes Wasser für potentielle Tee-Trinker. Weil nun alle Teilnehmer ausnahmslos Kaffetrinker waren, waren die 3 Kannen allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein. Leider hatte das Personal kein Auge darauf, ob evtl. nochmal Kaffee nachzureichen wäre.
Weil im Tagungsraum selbst keine Getränke gereicht wurden, freute man sich auf die nächste Kaffeepause. Es erwarteten uns wieder 3 kleine Kannen Kaffee sowie ein Korb mit Obst. Ich habe darauf versucht, über das Service-Telefon Kaffee-Nachschub zu ordern. Nach unzähligem Klingeln meldete sich schließlich eine nicht personalisierte Vodafone-Voicebox. Ich bin darauf hin zum Empfang gegangen, um dort um Nachschub zu bitten. Sehr überzeugend wurde mir dort das Gefühl vermittelt, dass ich als Kunde einfach nur penetrant und lästig bin.
Immerhin kam dann 10 Minuten später eine Angestellte und stellte mit Leichenbittermiene eine weitere kleine Kanne Kaffee auf den Catering-Tisch. Ihrer Miene nach zu urteilen musste sie den Kaffee vermutlich aus eigener Tasche bezahlen. Die Bitte nach einem weiteren Kännchen Milch wurde mit einem vorwurfsvollen Blick kommentiert. Vermutlich hatten wir mit unseren maßlosen Forderungen einen unentschuldbaren Affront begangen.
Das Mittagessen in Buffet-Form war auf den ersten Blick ansprechend und das Personal dort aufmerksamer. Jedoch kam die Qualität über unteren Standard m.E. nicht hinaus. Ich nehme an, die Speisen wurden bereits Stunden vorher zubereitet: das Gemüse war größtenteils zerkocht bis matschig. Das Fleisch,immerhin Filet, knochentrocken. Der Brokoli war weitgehend geschmacklos und harrte wohl seit geraumer Zeit besseren Zeiten entgegen, denn es hatte sich bereits eine Kruste gebildet. Das Kartoffelgratin war geschmacklich gut, die angebotenen Nachspeisen schmackhaft. Die Hähnchenteile habe ich nicht probiert. Die Vorspeisen-Abteilung war überschaubar (Forelle, Lachs, Tomaten mit Mozarella), geschmacklich aber OK.
Nach der Mittagspause hätte ich nun erwartet, dass sich unser deutlich formulierter Wunsch um eine ausreichende Kaffee-Versorgung zum Seminar beim Personal herum gesprochen hätte. Weit gefehlt. Weiterhin nur 3 Kannen Kaffee - ein Nachschlag war wieder zähe Verhandlungssache.
Die Quittung folge auf dem Fuß: zur letzten Pause gab es dann gar nichts mehr. Soviel zum Thema "unlimitierte Getränke". Nach meiner persönlichen Meinung standen Preis und Leistung in einem eklatanten Missverhältnis zum Nachteil des Kunden.
Da auch unsere Seminarleitung erstaunt war über den widerwilligen Service, bin ich zuversichtlich, dass uns dieses erstaunliche Hotel für weitere Seminare erspart bleibt.
Inzwischen habe ich nun auch noch eine Zahlungserinnerung bekommen. Angeblich habe ich meine Tagungspauschale nicht gezahlt, obwohl die Bezahlung direkt vor Ort per Quittung dokumentiert ist. Buchhaltung kann man dort also scheinbar auch nicht so gut.Warum wundert mich das jetzt nicht wirklich? read more