Eine kulinarische Chinareise, ohne dass man ein Flugzeug dafür braucht. Das Ambiente kann man als moderne, schlichte Elegance bezeichnen und auch das Geschirr ist sehr ansprechend. Besonders angenehm lagen die Stäbchen in der Hand. Kein Vergleich zu den sonst üblichen. Da wir nicht wussten, dass es das Buffet auch mittags gibt und sehr hungrig waren, haben wir schon vor 12.00 Uhr angerufen. Um diese Zeit haben wir zwar niemanden erreicht, kurz nach 12.00 erhielten wir dann allerdings einen Rückruf des Restaurants, was wir sehr nett fanden.
Als wir ankamen, wurden wir nett begrüßt und erst einmal verbal in die chinesische Küche eingeführt. Derart neugierig gemacht, haben wir dann erst die Getränkekarte (0,4 l EUR 3,40) in Augenschein genommen und Pomelotee (Früchtetee mit Limonenstücken und Minze) sowie Erdnussmilch bestellt. Beides war sehr lecker. Der Tee ist durch die Limonen leicht säuerlich und fruchtig. Das ist zwischendurch sehr erfrischend, und die phantastische Erdnussmilch ist empfehlenswert, falls es einmal etwas schärfer sein sollte. Die halbe Literflasche ist gut gefüllt, so dass man nicht ständig nachordern muss.
Dann folgte eine sehr ausführliche Einführung am Buffet. Die kalten Gerichte, mit denen sicher die meisten beginnen, wurden sinnvollerweise am Ende erklärt, damit man sich beim Füllen der Platten noch gut an alles erinnern kann. Es gab scharf angemachte Algenstreifen, einen ausgesprochen saftigen Hühnchensalat mit dem Hinweis, dass in China bei den Fleischgerichten immer die Knochen drangelassen werden, und unglaublich leckere, in Soße eingelegte Erdnüsse. Die könnten sie eigentlich zum mitnehmen verkaufen, genau wie die Erdnusssauce, die ich noch nie so lecker in einem Restaurant gegessen habe. Außerdem noch vier verschiedene Mägen, die gut angemacht waren, zusätzlich einen Hühnermagen und marinierte, in Streifen geschnittene besonders verarbeitete Schweinsöhrchen. Dann kann ich mich noch an einen ungewöhnlichen und gut angemachten Gurkensalat und in der Schale gegarte Sojabohnen erinnern.
Die heißen Gerichte wurden nicht nur mit Namen erklärt, sondern teilweise auch die Zubereitung und die verwendeten Gewürze. Es gab bspw. Rindfleisch in scharfer Soße mit einem speziellen Pfeffer. Das war von der Schärfe her angenehm und außerordentlich lecker, unbedingt probieren! Bei den Schweinefüßen wurde das für Frauen besonders attraktive Collagen hervorgehoben. Macht Spaß, zwischendurch daran zu knabbern. Es gab auch Fischköpfe, die ähnlich zubereitet waren wir das Rindfleisch allerdings ohne den dort verwendeten Pfeffer. Hier ist man nicht den Kopf, sondern das Fischfilet am Rande. Außerdem gab es noch leckere marinierte Auberginen, gebratene Nudeln und sehr sehr leckere Scheinehackfleischbällchen, die unglaublich saftig geschmeckt haben. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wurden sie in Sojasud gedämpft. So gern ich unsere angebratenen Buletten mag, diese waren eindeutig besser.
Die nächste große Rubrik waren die Zutaten für den Hot Pot: Lotuswurzeln, Süßkartoffeln, Pak Choi, Chinakohl, Pilze, Chin. Suppengemüse, Koriander, drei verschiedene Tofu, von denen ich zwei noch nie gesehen hatte, hauchdünn aufgeschnittenes Lamm- und Kalbfleisch, Fischbällchen, Garnelenbällchen, Garnelen, Muscheln, Fisch, zwei Tintenfischsorten, Surimi und verschiedene Nudeln fürs Fondue. Auch wenn die Aufzählung lang ist, ich glaube, ich habe immer noch etwas vergessen. Wenn man eine zeitlang dasitzt, reduziert sich die Fonduebrühe natürlich. Man kann sie jederzeit auffüllen lassen. Wir haben halb scharf/halb mildes Fondue genommen. Beides war lecker. Das schärfere war natürlich aromatischer. Grundsätzlich bietet sich scharf eher für Fleisch und vorallem Fisch, Garnelen und Muscheln an, aber auch Gemüse war darin lecker. Man muss bei dem scharfen lediglich aufpassen, dass nicht zu viel Gewürze beim Herausnehmen dran bleiben. Geschmacklich noch besser wird es in Kombination mit der leckeren Erdnusssauce, die man durch 6 weitere Zutaten (Satesauce, die in China keine Erdnusssauce ist, Knoblauch, Koriander, Chiliöl und zwei weitere Saucen) noch variieren kann. Durch den hot dampfenden Pot wird es wirklich schön warm. Leichte Kleidung ist empfehlenswert.
Als Dessert gab es zwei süße Suppen, gefüllte Sesambällchen und eine Sauce mit süßen chin. Pilzen, die sich wunderbar mit den leckeren Sesambällchen kombinieren läßt. Für dieses umfangreiche AYCE-Buffet zahlt man EUR 18,-.
Insgesamt fast schon zu viel, um alles zu probieren und sich danach auch noch auf die besonders leckeren Dinge zu konzentrieren. Trotzdem habe ich bedauert, nicht noch Suppen, Hühnerfüße, Dim Sum, Eis und viele andere Speisen zu entdecken, die in bisherigen Qype Beiträgen erwähnt wurden. Andererseits ist es auch schön, dass es nicht immer die gleichen Gerichte gibt, sondern jedesmal neue Speisen auf mich warten. So wird es nicht langweilig und vorhersehbar. Auch bei den Getränken möchte ich noch einiges probieren.
Sehr gespannt bin ich read more