Meine Freundin (Mal Fleischesser/ mal Vegetarier), Ihr Bruder und seine Verlobte (beide Fleischesser) und ich (Vegetarier) waren am Freitag Abend (31.01.2015) das erste Mal Essen im Gratitude, nachdem ja so viele gute Kritiken überall zu lesen sind...
Atmosphäre/Inneneinrichtung:
Der Innenarchitekt hat im Sinne der Wirtschaftlichkeit definitiv sein Bestes getan! Selbst mit größtem Wollen und Enthusiasmus könnte man nicht noch einen Tisch / Stuhl in dieses Restaurant quetschen!
Wenn man nicht das Glück hat, auf der Bank zu sitzen, sondern am Stuhl mit dem Rücken zum "Hauptraum" kann es schon etliche Male vorkommen, dass die stehenden, wartenden Gäste (das müssen auch nicht viele sein, so 5 reichen schon), einem total im Rücken stehen. Paar cm mit dem Stuhl zurück rutschen geht da absolut nicht. Wir fühlten uns eingeengt.
Die kleinen Tische tun Ihr übriges. Erinnern eher an die Klapptische in einem Bus. Nur ohne Becherhalter.
Wenn wie in diesem Fall 2 Männer nebeneinander sitzen, fühlt man sich sehr sehr eingeengt - keine Wohlfühlatmosphäre.
Sollte jemand am Nachbartisch auf die Toilette müssen, muss man entweder selbst aufstehen, dass derjenige raus kann oder er streift fast den eigenen Teller, so eng ist es in diesem Restaurant.
Ansonsten wirkt die Inneneinrichtung sehr modern und eher kühl - was aber sicher Geschmackssache ist.
Speisekarte:
Die Speisekarte ist ein Klemmbrett mit losen Blättern. Ganz pfiffig, aber dann sollte man doch bitte auch so viele davon haben, wie Plätze im Lokal sind. Ansonsten ist es so wie an diesem Abend, dass viele Gäste auf die Speisekarten warten oder zwei Personen sich eine Karte teilen mussten.
Nicht alles aus der Karte erschließt sich einem gleich beim ersten Blick, hier hilft aber der Kellner gerne weiter und erklärt die verschiedenen Gerichte.
Allgemein gesagt, gibt es nicht sehr viel Auswahl, aber das was es gibt, sind raffinierte Gerichte, die man so nicht überall findet.
Zum Trinken dürfte auch für jeden etwas dabei sein... Wasser, selbstgemachte Limo, Bier, Wein...
Essen/Service/Preise:
Als Vorspeise wählten wir "Gratitude Tapas" für 4 Personen für circa 20 EUR.
Die Qualität und der Geschmack waren sehr gut, aber angesichts des Preises von 20 EUR eine sehr teure Vorspeise. Bei 4 Personen konnte bei dieser Menge jeder gerade mal probieren von allem... Die Menge wäre für 2 Personen gut gewesen, für 3 okay, aber für 4 Personen? Definitiv nicht.
Die Flasche 0,75 l Wasser für 5,90 EUR ist meiner Meinung nach angemessen. Das Glas selbstgemachte Limo 0,2 l für 3,80 EUR schmeckte fad, war mit ordentlich Eiswürfel zugesetzt und einfach nur teuer.
Die Hauptspeisen lagen alle zwischen 15 und 17 EUR. Diese kamen leider alle nicht gleichzeitig. Ich bekam als erster mein Essen, eine halbe Avocado gegrillt mit Reis, gemahlenem Sesam (kann auch etwas anderes gewesen sein) und etwas Soße.
Die anderen 3 Personen hatten auch alle Gerichte mit Reis.
Mein Reis war kalt und der der anderen entweder kalt oder lauwarm.
Nachdem wir schon eine Ewigkeit gewartet hatten, wollten wir das Essen nicht zurückgeben, aus Angst, bis zum St. Nimmerleinstag auf das neue Essen zu warten. Andere haben noch länger gewartet als wir. Wir waren 2 Stunden im Lokal und zahlten direkt nach der Hauptspeise. Klar das Lokal war voll an diesem Freitag Abend, aber bei den Preisen darf man als Gast auch etwas erwarten. In jeder Münchner Boazn weiß man, dass man das Essen gleichzeitig serviert. Auch wenn es da nur Wiener mit Senf gibt, aber die Gäste können wenigstens gleichzeitig und gemeinsam essen!
Mir persönlich hat es gut geschmeckt, traf meinen Geschmack. Zwei von den anderen 3 hat es auch gut geschmeckt und einem hat es nicht geschmeckt.
Als wir den "Chef-Kellner" (so war er auf der Rechnung zumindest ausgewiesen) beim Bezahlen auf den kalten Reis und die lauwarme gegrillte Avocado aufmerksam machten, nahm er diese Kritik auf, verschwand kurz in der Küche und meinte dann sinngemäß: "die Avocado ist in der Tat nur angegrillt, da sie ja sonst zerläuft und der Reis.. ja da können wir jetzt auch nichts dafür, dass der Reis kalt war"
Fazit:
Insgesamt kam der Eindruck ein bisschen rüber, als ob hier andere Gesetzmäßigkeiten herrschen als in anderen Restaurants. Alles unter dem Deckmantel eines hippen, trendigen Lokals.
Das Essen kommt nicht gleichzeitig - egal, da wird sich von vornherein gar nicht erst entschuldigt.
Der Reis ist kalt - na da können wir nun als Restaurant auch nichts dafür
Positiv erwähnen muss man sicher die Auswahl und die Qualität der Produkte, hier kann man nicht meckern!
Summe summarum: Zu viert haben wir insgesamt circa 105 EUR gezahlt, die wir sicherlich in einem Restaurant hätten lassen können, wo wir warmes Essen zur gleichen Zeit bekommen hätten!
Wir werden nicht mehr hingehen! read more