Mein Besuch im Culinarius in Köln Lindenthal geriet leider zu einem Desaster. Sorry für die harten Worte, aber ich weiß es leider nicht besser zu formulieren! Als Vorspeise wählte ich von der SEAFOOD BAR (jaja, ganz recht! SEAFOOD Bar!) Und das in einem italienischen Restaurant. Warum eigentlich nicht, dachte ich mirIch hätte es besser wissen sollen!
Ich bestellte einen Seafood Mix zu mehr als selbstbewussten 18,50 EUR. Dieser bestand aus einem Riesenberg Salat, in den Ecken jeweils aufgehäuft Flusskrebse und Holländische Garnelen in übersichtlicher Quantität. Dazu gab es ein Scheibchen Schwarzbrot. Aber wo blieben die Muscheln, der Fisch? Seafood geht anders! Und wenn Ihr nicht wisst, wie es geht dann schickt euren Küchenchef doch mal für ein Wochenende an die US-Amerikanische Ostküste. Denn die wissen wie es geht. Vielleicht gibt es sogar Affinità, Verwandtschaft dort drüben! Okay, lassen wie Kirche im Dorf. Aber: wenn man sich schon aus dem Fenster lehnt, und eine SEAFOOD BAR anpreist, dann sollte man auch wissen wie es geht. Oder man setzt so etwas besser nicht auf die Karte.
Aber wer weiß, vielleicht erwartet ja die latent verschnöselte und leider viel zu oft Porsche Boxter fahrende Lindenthaler Klientel genau DAS? Nun ja, man kann hier geteilter Ansicht sein.
Hätte ich jedoch vorher um die Qualität des SEAFOOD's gewußt, so hätte ich sicher als Hauptspeise etwas anderes oder vielleicht sogar gar nichts bestellt oder wäre vielleicht gleich gegangen! Denn es kam schlimmer: Ossobuco. Ein Italienischer Klassiker denn eigentlich jede Hausfrau zwischen Varese und Lecce beherrscht. Nicht aber hier. Mehr Fett als Fleisch (jaja, ich weiß, das Gericht braucht recht viel Fett, aber gleich so viel?), kaum Struktur, keine Gewürze und jetzt wird's wirklich bitter: keine Gremolata! Leute, was ist los?
Wo sind Amore, Passione und Tradizione? Auf Urlaub? Ich kann es nur hoffen!
Meine Begleitung jedenfalls hatte sich für ein Scallopine al Limone entschieden, und nein, hier könnte die Kritik nun zu Ende sein, ist sie aber nicht!
So sehr ich mir wünsche das ich mich irre, so sehr fürchte ich das ich recht haben könnte. Das war kein Kalbfleisch, das war Schweinefleisch! Nicht das ich prinzipiell was gegen Schweinfleisch hätte, aber dies war nun entweder Kalbfleisch von der schlechteren Sorte oder ich habe mich tatsächlich nicht geirrt. Das die Kartoffelspalten vermutlich nie eine Pfanne gesehen haben, sondern Ihren Freischwimmer in der Fritteuse gemacht haben (ranziges Fett!) sei hier nur am Rande erwähnt. Ebenfalls nur beiläufig erwähnt sei der Tatbestand, das jene Personen (4) die ebenfalls zu unserer Gesellschaft gehörten einen ähnlichen Incubo, Albtraum erleben durften (Ziegenkäse zum Meteoriten fritteusiert, Spaghetti senza dente, etc.). Nun ja, auch wenn wir an diesem Abend mit insgesamt 6 Personen um die 350 EUR in dem Laden gelassen haben; werde ich wiederkommen? Ein klares: JEIN! Das im Culinarius gekocht werden kann, zeigen die Kollegen in der unlängst eröffneten Culinarius Filiale im Kölner Kaufhaus Karstadt. Ich würde mich doch sehr wundern, wenn ähnliches auch dort zu erleben wäre. read more