Die Burgerie entdeckte ich erstmals diesen Sommer. Ich absolvierte eine Straße weiter ein Praktikum und streunte öfters Mittags durch die Straßen, um neue Essens-Möglichkeiten zu testen.
Der äußere Eindruck ist konträr: Neben dem fürchterlichen Riesen-Werbe-Burger (nur noch schlechter: Diese Werbe-Pommes, die sich selbst isst) wird mit Kreide auf Tafel für einen Brie-Burger geworben. Obwohl ich kulinarisch dann doch eher der klassische Cheeseburger-Freund bin, lockte mich gerade diese Kreation in den Laden.
Innen ist die Burgerie nicht nur optisch viel mehr ein klassisches kleines Restaurant als ein Imbiss. Aufgeräumte Tische; eine ausführliche Karte; eine Bedienung, die Bestellungen am Tisch annimmt und Besteck. Besteck! Der Feind eines jeden wahren Burger-Fans.
Die Burger werden sorgfältig aber schnell zubereitet und, wie gesagt, inklusive Besteck und Servietten an den Tisch serviert. Das Essen kommt auf großen, weißen Tellern und die Saucen werden in passenden Keramik-Schälchen serviert. Alle Zutaten sind frisch, das Fleisch bio und das Gesamtprodukt im Geschmack sehr gut.
Sämtliche Kartoffelbeilagen sind hausgemacht wobei die kleinen Portionen wirklich sehr klein sind (bei den [dicken] Pommes waren es vielleicht 10 Stück). Trotzdem schmecken diese ebenfalls sehr gut und kein bisschen nach Fritteuse. So komisch, wie frittierte Kartoffelschalen schmecken, so lecker sind sie auch Geheimtipp.
Um Abwechselung von Burgern zu haben, bestellte ich einmal Croque. Entgegen meiner Erwartung bekam ich kein längliches Baguette, sondern einen dreistöckigen, reichlich belegten Toast-Turm. Am Ende war ich um die Erfahrung reicher, dass es zwei Sorten Croque gibt, ich eine andere leckere Speise entdeckt habe und mich doch Messer und Gabel zuwenden musste ohne diese wäre es in diesem Falle doch zu unschön geworden. Den Brie- oder ähnliche Burger habe ich übrigens noch nicht bestellt da bin ich leider nicht experimentierfreudig genug.
Trotz des in allen Bereichen höheren Standards als in allen anderen mir bekannten Burgerläden sind die Preise völlig im Rahmen vielleicht im Schnitt einen Euro teurer als bei der Konkurrenz. Dafür, dass das Fleisch ausschließlich bio ist (welches sonstwo gerne Aufpreis kostet) und der Laden zudem mitten in Prenzlauer Berg liegt, gleicht sich der Preis auch wieder aus.
Das Konzept Burger-Restaurant geht mit der Burgerie sehr gut auf und ist sowohl für klassische Burger-Fans (die sich vor Experimenten nicht scheuen) sowohl für Leute gedacht, die fast nie in Burger-Läden essen, weil sie sie nur als schmutzige Imbisse mit Fritteusenaroma kannten.
Leider arbeite ich nicht mehr um die Ecke und komme auch so recht selten zufällig an der Eberswalder Straße vorbei. Aber für einen Besuch in der Burgerie lassen sich immer ein paar Vorwände finden. read more