Zusammen mit dem mittelalterlichen Rathaus wurde Ende des 13. Jahrhunderts auch die Gerichtslaube errichtet. Die Gerichtsbarkeit ausüben zu dürfen war das Recht einer selbständigen Stadt. Als im 14. Jahrhundert der Ritter Erich Valke von der Lietznitz die Stadt in Brand setzte, blieben nur sechs Häuser in der damaligen Klosterstraße stehen, darunter auch die Gerichtslaube. Niederschriften behaupten, dass der Hass auf diesen Ritter so groß gewesen sei, dass nach seiner Ergreifung und Tötung in der Gerichtslaube gar über seine Leiche gerichtet wurde und das abgeschlagene Ritterhaupt tagelang an einem der oberen Fenster zur Schau gestellt war.Auch wenn sich im Laufe der Zeit die Rechtsprechung grundlegend wandelte und damit auch die Funktion der Gerichtslaube, ihre typische Architektur blieb im wesentlichen erhalten und zählt damit zu den ältesten Gebäuden Berlins.
Die Gaststätte bietet auf zwei Stockwerken mehrere Räume, die allesamt die Geschichtsträchtigkeit spüren lassen. Verstärkt wird dies in der Ratsherrenstube im Obergeschoß durch dessen Kreuzrippengewölbe. Dass dieses Lokal gut frequentiert wird, versteht sich fast von selber. Doch trotz der besetzten Plätze ist die Unruhe verbreitende Hektik des Personals nicht ganz verstehbar.
Die Speisekarte bietet ansprechende Vorspeisen und Suppen, übliche Salatvariationen, Vegetarisches, ein Geflügel- und mehrere Fischgerichte. Ausgesprochen abwechslungsreich ist das Angebot der Topf- und Pfannengerichte. Alles wird durch eine Tageskarte weiter entfaltet. Eine Karte mit kalten Gerichten und zahlreiche Desserts runden das Ganze ab.
Die frittierte Käsebirne war ebenso ansprechend wie der gefüllte Riesenchampignon. Die Fischfilets dagegen kamen nicht über den Durchschnitt hinaus, ebenso wie der Käseteller, der hauptsächlich einfachsten Scheibenkäse bot. Alles war beanstandungs- aber auch ideenlos zubereitet, ohne besonderen Liebreiz angerichtet und durchaus schmackhaft, - mehr aber nicht.
Die Weinkarte bietet bei den offenen Weinen ein durchaus akzeptables, bei den Flaschenweinen ein gutes Angebot im Blick auf die angebotenen Speisen, mit denen schließlich der Wein korrespondieren soll. Die Preise freilich sind bei den offenen Weinen geradezu unverschämt (im Schnitt 6 Euro für o,2l!), bei den Flaschenweinen durchaus akzeptabel. Trotz der hohen Preise entschieden wir uns für die angepriesene Rarität, den Regionalwein vom Wachtelberg. Wir kannten ihn nicht, wollten ihn deswegen erschmecken. 27,50 € freilich ist dieser Regent nicht wert. Auch die geringe Herstellungsmenge rechtfertigt nicht diesen Preis.
Wir waren zu Gast in einem ansprechenden Lokal, wurden hektisch, aber durchaus aufmerksam bedient. Wir haben gegessen, aber nicht gespeist und die Hektik des umher eilenden Personals ließ keine rechte Gemütlichkeit aufkommen. Schade, - hier wäre mehr möglich! read more