Es gibt in Freiburg kein Restaurant, in dem man so gut Essen kann wie in der Wolfshöhle. Das liegt zum Einen am Essen selbst und zum anderen am lockeren, nicht aufgesetzten Habitus der Gastgeber. Es geht hier nicht um affektiertes Getue oder "Sehen und gesehen werden", sondern um gute Produkte, die erstklassig zubereitet und in Szene gesetzt werden. Bei Preisen von 300-400 EUR, die man als Paar für ein 7-Gänge-Menü mit Weinbegleitung abends los wird, besteht das Klientel natürlich nicht nur aus Studenten, dennoch habe ich das Publikum bisher nicht sonderlich verkrampft erlebt. Gefühlt viele Freiberufler, Kreative, Schweizer und Franzosen. Das Interieur ist schlicht, ansprechend und hell gestaltet, keine dunkle Höhle wie der Name es vermuten lässt. Lediglich die Skulpturen, die momentan an den Fenstern platziert sind, gefallen mir persönlich nicht.
Das Überraschungsmenü kann bis zu sieben Gängen umfassen und kann mit Weinbegleitung ergänzt werden. Das Konzept ist sicherlich nicht jedermanns Sache, erfordert es doch den Willen sich überraschen zu lassen und Vertrauen in die handelnden Personen zu legen. Ich habe es bislang nie bereut - zuletzt wurde serviert:
Gallischer Hahn, Schwarzwurzel, Trüffel - ordentlich
Kabeljau, Kürbis, Dashi - herausragend
Jakobsmuschel, Safranrisotto, Hummersud - herausragend
Ei, Spinat, Trüffel - ordentlich
Lammkeule, Lammbauch, Fenchel, Paprika - sehr gut
Feigeneis, Ziegenkäse, Rauchbrot - ordentlich
Schokoladensorbet, Erdnuss, Kumquat - ordentlich
Hierzu jeweils sehr gut ausgewählte Weine, die meisten vom Kaiserstuhl oder aus dem Markgräflerland.
Ich freue mich jedenfalls darauf in ein paar Wochen mal wieder vorbeizuschauen und mich überraschen zu lassen. read more