Weil das Lokal einen Wohnmobilstellplatz ausgewiesen hat, hatten wir dieses eher abseits der großen Routen gelegene Ziel gewählt. Wie beim kostenpflichtigen Stellplatz lediglich eine nicht ebene Wiese mit Stromanschluss , so ist auch beim Gasthof noch einiges herzurichten, bis alles dem Prospektanspruch des Hauses gemütliches rustikales Gasthaus mit großer Sonnenterrasse entspricht. Der Innenraum der Gaststätte ist eher bieder möbliert im Landgasthofstil der 70-iger Jahre, die Terrasse mit Gartenstühlen und -tischen, wie sie schon in den 50-iger Jahren des letzten Jahrhunderts üblich waren. Ein Teil der Tische wurde mit Farbe aufgefrischt, nicht ganz fachmännisch, was den insgesamt eher ungepflegten Eindruck der gesamten Terrassenfläche nicht mindern kann.
Die Küche preist ländliche Speisen zu vernünftigen Preisen, so die Werbung. In der Speisekarte findet sich Übliches. Verschiedene Salate, Schweine- und Rindersteaks sowie Hähnchengerichte, für die der Wildscheider Hof angeblich seit vielen Jahren bekannt sein soll. Auf Empfehlung der Wirtin wählten wir den gebackenen Ziegenkäse, der nicht wie ausgewiesen mit französischen Kräutern, sondern einfach bloß mit Schnittlauch angereichert war. Dies rechtfertigte die Wirtin damit, dass ihr der Käse so viel besser schmecken würde! Weil sie eher besserwisserisch, dennoch aber inkompetent und blasiert den Service versah, sparten wir uns weitere Interventionen. So auch beim Weinangebot, wo in unmittelbarer Nähe zum Saar-Ruwergebiet und zur Mosel nur ein Elsaßriesling und ein billiger Bordeauxwein angeboten wurde.
Um auf der sicheren Seite zu sein, wählten wir zum Hauptgang ein Roastbeef mit den üblichen Beilagen. Fast hätten wir gewettet, dass unsere Steaks trotz ausdrücklichem Wunsch nicht bleu', sondern medium' serviert wurden. Auch im Blick auf die anderen Gäste steht für uns außer Zweifel, dass die Kochkunst der Küche sehr bescheiden ist.
Dass nur auf unsere Bitte hin zum Hauptgang ein zweites Besteck gebracht, der Wein auf Bierdeckel und der Digestif gekühlt serviert wurde, passt ebenso stimmig ins gesamte Bild, wie die Papierservietten und das Fehlen jedweder Ausgestaltung.
Wir haben den Landgasthof aus Buchlisten ausgewählt und wir waren satt, doch richtig geschmeckt hat es nicht. Auch wenn wir nicht übervorteilt wurden, hier führt unser Weg künftig vorbei. read more