Vor einigen Wochen eröffnet, mussten wir die Bar auch endlich testen. Es empfiehlt sich, vorher zu reservieren, da sonst die Chancen auf einen Sitzplatz in der kleinen Bar gering sind.
Der erste Eindruck war: sehr stylish. Laute elektronische Musik (ein wenig leiser hätte das Unterhalten am Tisch einfacher gemacht), schickes & sauberes Ambiente als auch zuvorkommendes, junges Servicepersonal. Was hier besonders ist und mir in noch keiner anderen Sushi-Bar aufgefallen war, ist die überaus reichlich bestückte und gut sortierte eigene Teekarte. Für Teefreunde ein Muss. Egal, ob grüner, schwarzer, Roiboos, weißer oder Früchtetee, für jeden Geschmack sollte sich hier etwas finden lassen. Das Teegeschirr erinnert zwar nicht an die sonst für Sushi-Bars typischen asiatischen Teegefäße, passt sich aber sehr stylish in weiß und schlichter Form an den Stil der Bar an.
Die Sushi-Karte ist übersichtlich. Leider fehlten für mich die kleinen Highlights. Bei auffallend vielen Rollen war Gurke verarbeitet. Nach mehrmaligem Durchlesen stießen wir auf das Friends Menue (8 Maki, 8 Futo Maki, 8 Inside-Out, 3 Nigiri) das Ganze für 2 Personen. Möchte man sich die Röllchen, die man in seinem Friends Menue haben will, selbst auswählen, so kostet das einen Euro extra. Möchte man seine I-O-Rollen mit Flugfischrogen anstatt Sesam, so kostet dies ebenfalls nochmal einen Euro extra. So kommt man bei einem dieser Menues auf stolze 17,40. Der versprochene Preisvorteil ist mir beim Aufrechnen der einzelnen Bestandteile des Menues jedoch nicht ganz ersichtlich.
Die Röllchen waren fürs Auge sehr nett auf einer rechteckigen, großen, weißen Platte angerichtet. Die Maki-Röllchen waren für meine Erfahrung sehr klein gehalten. Das Verhältnis von Reis zum Inhalt war bei den Futo Maki leider nicht ganz so ausgewogen. Die Gurkenstücke in den Röllchen waren üppig, die Avocadostreifen dagegen sehr sparsam dosiert. Der Reis war wenig gewürzt, auch empfand ich ihn als recht fest und dicht. Schade. Der Flugfischrogen um die I-O's wird in anderen Bars üppiger serviert, ebenso wie der unbedingt notwendige Wasabi. Für 2 Personen waren die 3 wirklich kleinen Wasabiblüten aus dem Spritzbeutel sehr dürftig. Für extra Wasabi zahlt man extra. Die Nigiri mit Tamago sind sehr lecker und üppig, mit Fisch wird allerdings auch hier wieder sehr sparsam umgegangen.
Als Gast habe ich mich zwar gut betreut gefühlt, habe als Sushi-Fan aber das Gefühl gehabt, dass ich eher für das Ambiente zahle, als für die Zutaten, wegen derer ich eigentlich da bin. Für Sushi-Anfänger ist es sicher ein guter Einstieg, um sich mit den Gepflogenheiten der Sushi-Kunst vertraut zu machen, für wahre Sushi-Fans fehlen jedoch die Highlights. Das Konzept der Bar ist bestimmt nicht schlecht, aber es muss aus seinen Kinderschuhen herauswachsen, um den Preisen gerecht zu werden und sich langfristig behaupten zu können. read more