Nach einer mehr als zehnjährigen Zeit des Schlummerns
erwachte das über 100 Jahre alte Café Marienbad im vergangenen
Sommer aus seinem Dornröschenschlaf. Einst
als exklusives Badecafé unter Schleswiger Insidern als beliebtes
Ausflugsziel gehandelt, schien es in den vergangenen
Jahren, als habe Schleswig seine erste Caféadresse
vergessen und ins Hinterstübchen befördert.
Zunächst von Gründer Adolf Junge 1895 als Kaffee-Ausschank
für eine Bootswerft genutzt, später mit Holzstegen
und Badekarren, nach Geschlechtern getrennt, zu einer
echten Badeanstalt umgemodelt, führte nach dessen Tod,
seine Witwe Sophie Junge den Betrieb weiter und zog mit
Kindern Erna, Henriette und Ingeborg in das Haus an der
Schlei. Bis Ende der siebziger Jahre erfuhr das Marienbad
regen Schwimmbetrieb. Ende 1997 schlossen Ingeborg Junge
und ihre Schwester Henriette Völker, geborene Junge, aus
Altersgründen das Café.
Inzwischen ist wieder Café-Leben ins Marienbad eingezogen.
Der Architekt Paul Sindram hat es gemeinsam mit seiner
Ehefrau Katrin haben es vor 3 Jahren wieder eröffnet.
Sindram, dessen Handschrift an vielen Neu- und Umbauten
in der Schleistadt zu erkennen sind, legte hier einen
besonderen Fokus auf die Erhaltung der Tradition des Hauses.
Die Grundstruktur blieb weitest gehend erhalten. Um
die Assoziation eines Strandcafés zu verstärken, erhielt die
Fassade eine neue Holzverkleidung aus sibirischer Lärche.
Die Außenterrasse wurde podestartig erhöht, so dass die
Gäste jetzt eine erweiterte und dadurch noch verbesserte
Aussicht auf Schlei samt Bootsverkehr und Surfern haben.
Rund 300 000 Euro wurden insgesamt in den Umbau investiert.
Um den gläsernen, leichten Eindruck zu verstärken,
erhielten die Caféräume zusätzliche Durchbrüche, die jetzt
Blicke selbst von den hinteren Räumen auf das Schleigebiet
freigeben.
Lieben Gruß Lalle read more