Am
24.05.13 fuhr ich mit meiner Frau und Tochter zum Emergenza Festival ins SO36.
Wir haben einen Fehler gemacht: Wir übersahen den Hinweis auf das Mitnahmeverbot
von Getränken. Ein Türsteher fand im Rucksack meiner Frau zwei kleine Flaschen
Multivitaminsaft. Sofort wurde der Türsteher verbal aggressiv und warf die
Flaschen in den Müll. Ich fand seine Reaktion reichlich übertrieben und machte
den nächsten Fehler: Ich versuchte mit ihm zu reden. Das darf man nicht. Ich
wurde darüber belehrt, dass das SO36 auch ein Gastronomiebetrieb sei und dass
ich in einem Restaurant das Schnitzel auch nicht mitbringen dürfe. Dabei hatten
wir überhaupt nicht vor, zur Rockmusik Multivitaminsaft zu trinken. Im letzten Jahr
habe ich im SO36 ein paar Bier getrunken. Deshalb haben wir auch diesmal den
langen Weg mit der BVG und nicht mit dem Auto zurückgelegt. Mein schwerster
Fehler: Ich sagte dem Türsteher, dass ich aufgrund seiner unfreundlichen Ansprache
das SO36 nicht mehr besuchen werde. Das war zu viel, wir wurden aufgefordert,
sofort zu gehen. Jetzt fühlte sich eine junge Frau (wahrscheinlich auch vom SO36)
aufgefordert, mit der Polizei zu drohen. Das alles wegen 666 Milliliter
Multivitaminsaft! Ich bin selber seit über zwanzig Jahren als Beamter für das
Land Berlin tätig. Der Polizeiauftritt wäre bestimmt eine interessante
Erfahrung geworden. Aber
ich hatte keine Lust mehr auf den Kindergarten. Nachdem ich nach kleinen
Schwierigkeiten (Die Eintrittskarten sind ja schon abgerissen, die kann ich
nicht zurücknehmen) das Eintrittsgeld zurückerhalten habe, sind wir gegangen. Ein
paar Tage später frage ich mich noch immer: Warum beschäftigt das SO36 solch
drüsengesteuerte Türsteher, die ihre doch eher armseligen Machtdemonstrationen sichtlich
genießen? Wirtschaftliches Interesse kann es wohl nicht sein. So vertreibt man zahlungswilliges
Publikum. Wir haben unser Geld dann im Kino und einer Kneipe ausgegeben. Und das
war mein definitiv letzter Besuch im SO36. read more