Ich tue mir schwer, die 'Sachsenhütte' als "Prototyp des alten deutschen Gasthauses" zu katalogisieren wie es in der vorherigen Rezension geschieht. Von außen durchaus ansehnlich, sind die beiden unterschiedlich großen Gaststuben nicht unbedingt einladend eingerichtet. Die im größeren Raum in Reihe stehenden Tische sind mit Stühlen bzw. Sitzbänken U-förmig umstellt. Raum und Tischgestaltung bräuchten eine Auffrischung, das Sitzmöbel die kundige Hand eines Möbelschreiners. Dass sich neben Pfeffer- und Salzstreuer auch die in den 60-iger Jahren übliche Maggiflasche findet, lässt erkennen wie lange hier neue Gestaltungsideen fehlen.
Weil die Karte außer verschiedenen Schnitzelvarianten weniges bot, worauf wir Appetit hatten, andererseits deutlich erkennbar war, dass kroatische Gerichte in der Küche bestimmend sind, wählten wir das "Pola-Pola", was übersetzt "halb und halb" heißt. Als Gericht ist es schon im früheren Jugoslawien in vielen kleinen und großen Restaurants serviert worden und setzte sich zu gleichen Teilen aus Cevapcici und Raznjici zusammen, als Beilagen wurden neben frisch zubereitetem Ajvar Pommes frites, Balkanreis und Zwiebeln serviert. In der 'Sachsenhütte' erhielten wir dagegen vier kleine Cevapcici und einen kleinen (Schweine-)Fleischspieß, einen Berg (ohne Zweifel frischer und knuspriger) Pommes, eine kitze-kleine Kugel Balkanreis und eine halbe (!) Zwiebelscheibe - Ajvar o.ä. fehlte. Der Beilagensalat war für's Auge liebevoll, für die Zunge lieblos angerichtet.
Die Servicedame versah ihren Dienst durchaus routiniert, wenig freundlich, ihre wie die Sympathie der Chefin galt eindeutig anwesenden Stammgästen.
Im Rückblick 'rundet' sich das Erlebte insofern, als alles zueinander 'passte', - leider nicht auf dem Niveau, das auch in einer einfachen Gaststätte üblich sein sollte. Schade! read more