Aufgrund der sehr guten Kritiken haben wir uns heute auf den Weg von Alsdorf nach Aachen gemacht, um hier ein schönes Dinner zu genießen.
Meine bessere Hälfte war zunächst etwas skeptisch, da sie leider weder Fisch noch Meeresfrüchte isst Der Blick draußen auf die wöchentlich wechselnde Speisekarte (sehr gut!) offenbarte dann drei Vorspeisen (Fischsuppe, Riesengarnelen auf Blattsalaten, Linsensuppe mit Hackfleischklößchen), vier Hauptgerichte (ganze Dorade, ganzer Wolfsbarsch, Heilbutt, Kaninchen), sowie ein Dessert (Duo von Crème brûlée und Mousse au chocolat oder war es Tiramisu?) bzw. alternativ eine Käseplatte. Wir waren bereits gegen 17:45 Uhr an einem Samstagabend im Restaurant und damit die ersten Gäste an diesem Abend. Offenbar waren aber fast alle Tische reserviert wir haben aber dann noch einen Tisch direkt vor der Theke bekommen. Ein Glücksfall, denn die Stühle dort sahen sehr viel bequemer aus, als die Kunststoffstühle an den anderen Tischen. Die Einrichtung war ansonsten sehr harmonisch modern und hatte einen leicht nordafrikanischen Touch insgesamt sehr angenehm. Nachdem der Rechner hochgefahren war, gab es dann auch passende Hintergrundmusik. Die Speisenauswahl war dank der kleinen Karte schnell getroffen. Wir wählten die Linsensuppe (7,90 EUR), die Fischsuppe (8,90 EUR), das Kaninchen mit Apfel, Sellerie und Gurkensalat (18,90 EUR), sowie den Heilbutt auf Kohlrabi mit getrüffeltem Kartoffelgratin (19,90 EUR). Von der kleinen Weinkarte wählten wir einen Grauburgunder von der Nahe (23,00 EUR). Die Flasche Wasser schlug mit 5,20 EUR zu Buche. Da wir beide Weißweintrinker sind, haben wir uns die Auswahl an Rotweinen nicht näher angeschaut. An Weißwein gab es den bereits erwähnten Grauburgunder, einen Chardonnay, sowie einen Pinot Grigio. Letztendlich also alles Burgunder, wie der Weinkenner weiß. Hier hätte ich mir dann doch noch zwei bis drei Alternativen gewünscht. Gerade in einem Fischrestaurant sollte die Auswahl an Weißweinen ein klein wenig größer sein und auch etwas fruchtigere und säurebetontere Weißweine wie Riesling und Sauvignon Blanc beinhalten. Von der Weinauswahl möchte ich nun zur Bewertung des Services kommen, da es hier ein klein wenig Kritik gibt. Insgesamt war der Service recht gut. Eine angenehme Mischung aus Zurückhaltung und Aufmerksamkeit. Die Kritik bezieht sich vor allem auf das Entkorken der Weinflasche. Die ansonsten bezaubernde Servicekraft hatte offenbar leichte Probleme beim Entfernen der Kapsel. Bei unserem Wein wäre es gar nicht so schwer gewesen, da es dort sogar einen Aufreißfaden gab. Leider war die Kapsel aber oben recht knapp und unsauber entfernt worden. Hier sollte der Chef noch mal im Team-Meeting zeigen, wie man das Kellnermesser richtig ansetzt. Ganz kurz möchte ich noch beim Service bleiben. Zunächst wurde uns Wasser und Wein noch nachgeschenkt, aber als das Restaurant dann voll war, mussten wir uns selbst aus den (auf der Theke in Kühlern zwischengeparkten) Flaschen nachschenken. Für uns war es ja nur ein Griff nach hinten und es ist auch kein großes Drama. Das ist wirklich nur Kritik auf hohem Niveau. Vor der Vorspeise gab es übrigens ein schönes Amuse-Gueule zum Glück für meine Partnerin ohne Fisch. Ein Mini-Salat von Linsen und Roter Beete mit Brot, das offenbar mit einem Kräuteröl beträufelt wurde. Sehr lecker das Ganze. Die Fischsuppe war ein Traum. Sehr würzig mit vielen Fischstücken, Garnelen in verschiedenen Größen, Miesmuscheln und Venusmuscheln (glaube ich). Das war (in dieser Preisklasse) die beste Fischsuppe, die ich je gegessen habe. Mag sein, dass man sie nicht mit einer Bouillabaisse aus dem Miramar in Marseille vergleichen kann, aber diese kostet ja auch 60 EUR.
Die Linsensuppe fand meine bessere Hälfte etwas zu fad. Im Vergleich zur Fischsuppe war diese tatsächlich etwas sehr dezent gewürzt. Das gleicht gilt für die Hackbällchen in der Suppe. Hier kann man sicher etwas mutiger würzen insbesondere, da alle anderen Speisen mehr als gut gewürzt waren. Zu den Suppen wurde übrigens ein Körbchen mit Brot gereicht, welches auch nicht nach der Vorpeise direkt wieder abgeräumt wurde, sondern bis zum Ende des Dinners auf dem Tisch verblieb. So mag ich das. Die Hauptgerichte waren sehr gut. Die Sauce zum zarten Kaninchen war extrem gut gewürzt und hatte eine tolle orientalische Note. Was man sich kaum vorstellen mag ist, dass die zum Kaninchen gereichten Apfelstücke traumhaft geschmeckt haben. Toll! Der dazu gereichte Gurkensalat konnte das Niveau locker halten und kann kaum besser gemacht werden.
Der Heilbutt stand dem kaum nach. Ein großes Stück blendend weiß war auf einem wunderbaren Kohlrabi-Gemüse gebettet, das glücklicheweise noch schön bissfest war. Die Sauce war auch hier sehr schön orientalisch gewürzt. Die separat gereichten leicht gratinierten und getrüffelten Kartoffelscheiben haben dem Hauptgang die Krone aufgesetzt. Leider waren wir nach den Hauptgängen schon so voll, dass kein Platz für Dessert oder Käse blieb. Ich read more