Wenn man abends im Kulturdreieck
zwischen Deutschem Theater, Friedrichstadtpalast und Berliner
Ensemble unterwegs ist, gibt es ja viele Möglichkeiten, den kleinen
oder größeren Hunger zwischendurch zu stillen. Aber selten sitzt
man so stilvoll wie im Machiavelli in der Albrechtstraße. An Speisen bekommt man eine solide
Auswahl an italienischen Gerichten. Pizza und Pasta sind natürlich
in allen Varianten vertreten. Wer einen Salat als Hauptgericht wählen
will, kann sich nur zwischen drei Möglichkeiten zwei mit, eine
ohne Fleisch entscheiden. Fisch- und Fleischgerichte werden als
gesondert als Empfehlung des Küchenchefs angeboten und
beinhalten Gerichte mit Schweine- und Rindfleisch, Fisch oder andere
Spezialitäten. Durch die Bank weg schmecken die Gerichte gut und
sind auch ausreichend groß portioniert. Zudem liegen sie nicht so
schwer im Magen, auch bei den etwas herzhafteren Speisen. Mein Tipp
sind die Penne con Ragù, mit Kalbsfleisch aus Südtirol. Preislich liegt das Machiavelli eher in
der oberen Mittelklasse. Bei den Vorspeisen schlägt der
Büffel-Mozzarella mit 10 Euro schon eher kräftig zu, die Minestrone
mit 5 Euro geht dagegen noch. Die normalen Pizzen rangieren zwischen
8 und 13 Euro, spezielle gibt es für bis zu 16 Euro. Bei der Pasta
reicht das Spektrum von 12 bis 17 Euro. Die Empfehlungen sind
ebenfalls keine Sonderangebote, sondern fangen bei 13 Euro an und
hören bei 22 Euro auf. Das Dessert ist dagegen fast schon günstig
und bleibt bei 5 bis 6 Euro. Etwas günstiger sind die
Mittagsangebote, da bekommt man ausgewählte Pasta und Pizza für 6
Euro oder ein Tagesgericht mit Suppe für 12 Euro. Bezahlen kann man
entweder bar oder mit Karte. Letzteres ist erst ab unglaublichen 50
Euro möglich. Die Weinkarte bietet eine gute Mischung
aus deutschen, österreichischen, französischen und natürlich
italienischen Weinen. Für jeden Geschmack lässt sich hier wohl
etwas finden. Ich nehme gern ein Glas Nero d'Avola. Die 5,40 Euro
dafür sind auch angemessen. Dass neben der übervollen und
permanent lauten Ständigen Vertretung ein derartig leises und
ruhiges Restaurant liegt, konnte ich beim ersten Besuch kaum glauben.
Dominiert wird die Einrichtung von der riesigen Theke im
Eingangsbereich, hinter der ein quirliger Barkeeper die Getränke
bereitstellt. Bei der Einrichtung dominieren dunkle Farben für
Tische, Stühle und Bänke. Zusammen mit den weiß geputzten Wänden
und der italienischen Dekoration ergibt sich eine nette Umgebung.
Besonders schön ist es abends, wenn viel indirektes Licht den Raum
erleuchtet. Im Keller befinden sich die Toiletten, die in Ordnung
sind. Für wärmere Tage gibt es auch ein paar Plätze im
Außenbereich an der Straße. Aber da haben wir nie gesessen, weil
die vorüber gehenden Leute schon sehr dicht kommen. Die Bedienung ist normalerweise
freundlich und höflich. In Stoßzeiten muss man auch schon mal etwas
nachdringlicher auf sich aufmerksam machen, um etwas zu bestellen
oder die Rechnung zu bekommen. Das Machiavelli ist nicht der Italiener
von nebenan, sondern eher ein Ort für besondere Gelegenheiten. Die
Auswahl an Speisen ist übersichtlich, aber dafür gibt es
interessante Gerichte zu entdecken. Sie werden alle frisch zubereitet
und überzeugen im Geschmack. Durch die Lage in Mitte sind die Preise
gehoben, aber noch akzeptabel. Das Ambiente und die freundliche
Bedienung sorgen dafür, dass man sich als Gast sehr wohl fühlt. read more