Von der Steinernen Brücke her betritt man gegenüber der Altstadt von Regensburg den Stadtteil Stadtamhof. Beidseitig reihen sich Geschäfte und eine Reihe verschiedener Lokale aneinander, deren Freisitze allesamt ein schönes Outfit bieten, weil sich zur Steinernen Brücke hin das wunderbare Altstadtpanorama zeigt (derzeit leider durch die schon lang andauernde Brückenbaustelle verdeckt), nach der anderen Seite der Dreifaltigkeitsberg liegt. Hier findet sich auch die Cafebar La Strada.
Fast könnte ich abergläubig werden ob des Namens, der mir nun schon zum dritten Mal begegnete, aber auch diesmal nicht mit positivem Ergebnis. Verwendete das erste italienische Lokal, das ich mit diesem Namen kennenlernte, tatsächlich geriebenen Emmentaler anstelle des ausgewiesenen Parmigiano und das zweite Rinderschinken für das Rindercarpaccio, so glänzt das Regensburger La Strada mit geradezu sträflicher Oberflächlichkeit. Die latte macchiato war beim Servieren derart über den Glasrand gelaufen, dass das Glas nur bei vorheriger Säuberung mit der Serviette benutzt werden konnte, der Tee wurde mit der Milch und dem Zucker übereinandergestapelt serviert, die italienischen Bruschetti wurden mit Konservenprodukten bestückt und der Cafe coretto wurde mit deutschen Ausmaßen', also mehr als verwässert serviert.
Von mediterran angehauchte(r) Café-Bar oder einem der schönsten Freisitze wie es im Internet angepriesen wird, kann keine Rede sein, denn auch Tische und Stühle bräuchten bessere Pflege. Der Besuch von Vögeln ist im Freien nicht zu verhindern, ihre Hinterlassenschaften sollten aber umgehend beseitig werden, ebenso wie die Benutzerspuren vorheriger Gäste. Auch das angepriesene freundliche Personal war nicht zugegen. Ja ich hatte den Eindruck eher zu stören, denn die drei besetzten Tische waren erkennbar gute Bekannte, die (einzige) Bedienung nahm dort Platz und rauchte ihre Zigarette. In dieser Zeit war es nicht möglich sie zu kontaktieren. Perfektes Wohlgefühl entstand bestenfalls dadurch, dass man regelrecht ungestört blieb.
Höhepunkt von allem aber war das Bezahlen der Rechnung, deren Preise den Gegenwert überflügelt haben. Es wurde bar kassiert und der verlangte Kassenzettel gab es nicht. Dafür quittierte die Servicekraft auf einem eigens im Nachbargeschäft geholten Quittungszettel. Diese Art der Abrechnung ist ohne Zweifel ein Fall für die Finanzbehörden!
Dreimal 'La Strada', dreimal ein Reinfall nie wieder! read more