Mit Freu(n)den im Jürgenshof (im November 2015)
Der Jürgenshof erfreut sich nicht nur bei Bremern, sondern auch bei Buten-Bremern großer Beliebtheit. So mussten wir zu Viert auf das geplante Essen Mitte November im Jürgenshof verzichten, da eine kurzfristige Reservierung für einen Samstagabend nicht (mehr) möglich war.
Gestern, 21. November 2015, konnten wir am zuvor langfristig reservierten Tisch mit vier Personen Platz nehmen. Es war 1830 Uhr und das Restaurant war fast bis auf den letzten Platz belegt. Die Gäste: wohlsituierte Best-Ager, die die "legendäre", gute und bodenständige Küche des Jürgenshof zu schätzen wissen. So wie wir ebenfalls.
Nun zum Essen: Die Getränke (Champagner als Aperitif sowie Mineralwasser und div. offene Weine wurden nach kurzer Wartezeit serviert; allerdings wurden wir nicht gefragt, ob wir ganz stilles, leicht stilles oder klassisches Mineralwasser bevorzugen. Es wurde eine Medium-Sorte auf den Tisch gestellt. Die Bestellung der Vorspeisen bzw. der Hauptgerichte ging ebenfalls flott voran; so dass nach kurzer Zeit die Vorspeisen auf dem Tisch standen. An dieser Stelle muss jedoch als Kritikpunkt erwähnt werden, dass zwischen Abräumung des Vorspeisen-Geschirrs bis zum Servieren der nachgenannten Hauptgerichte fast 90 Minuten vergingen.
Vorspeisen: 1 x Variationen von Seefischen und 1 x die Hühnersuppe. Beides excellent zubereitet und insbesondere die Seefisch-Variationen sehr appetitlich angerichtet; das Salat-Bouquet zu den Seefisch-Variationen war nicht nur Zierde, sondern mit einem hervorragenden Dressing angemacht und sehr schmackhaft.
Die Hauptspeisen: 3 x Krosse Bauernente mit Rotkohl, Klößen sowie Gewürzpflaumen und Orangensoße und 1 x Limandesfilet mit Gurkengemüse in Estragon-Rahm nebst Kartoffelpüree. Zu den Portionen: mehr als ausreichend für einen "normalen" Esser, gut und heißt servier in vorgewärmtem Geschirr.
Die Ententeile: pro Person: jeweils eine Keule und ein nicht zu kleines Stück Brust in wirklich krosser Haut und von delikatem Aroma und Geschmack. Das Rotkraut - so war zu vernehmen - "schmeckt wie zu Hause", was so viel bedeutet wie: lecker!
Soße und Backpflaumen-Arrangement kamen gut gewürzt und nicht einfallslos daher. Zum Limandesfilet mit vorgenannten Beilagen: Absolut nichts zu kritisieren. Im Gegenteil: die Beilage dieses Gerichts war neben dem Estragon-Gurken-Rahm, welcher ebenfalls eine neue Geschmacksoffenbarung war, ein hausgemachtes Kartoffelpüree, das in kurzer Zeit den sog. Kartfoffelknödeln, die geschmacklich und von der Konsistenz keine Offenbarung waren, den Rang ablief und somit fast zu eifersüchtigem Gehabe ob dieser Beilage am Tisch führte.
So far so good. Nachspeisen: veganes Tiramisu. Legen wir den gnädigen Mantel des Schweigens um diese Süßspeise. Die Frage ist, wie passt ein veganes Tiramisu zu den am Tisch servierten und genossenen Gerichten? An dieser Stelle sei der fairnesshalber erwähnt: Der Jürgenhof offeriert auf seiner Karte eine gute Auswahl an veganen Gerichten. "Kleine Esser" finden ebenfalls eine gute Auswahl an Gerichten, die Kinder gerne essen.
Ambiente und Service: zum Ambiente im historischen Jürgenshof wurde eingangs Stellung bezogen. Da wir an einem Samstag zur besten Abendessenzeit - wie alle anderen Besucher ebenfalls - anwesend waren, haben wir die "Lärmkulisse" als etwas laut zu empfunden. Diese milderte sich gegen 2100 Uhr und mit der "Abreise" der meisten Gäste.
Zum Service: es schien für die zahlreichen Gäste ausreichend Personal vorhanden zu sein; jedoch hatten wir unisono den Eindruck: "grenzwertig" freundlich und während der Hauptzeit leicht überfordert; die dem Ambiente und den Preisen im Restaurant angemessene sog. entgegenkommende Verbindlichkeit vermissten wir allerdings. Wir hatten zwar nicht den Eindruck, als Gäste zu stören, es war z.T. jedoch "nahe dran".
Aus diesem Grund hier nur 4 Sterne. Die Ausgewogenheit und Qualität der servierten Speisen verdienen 5 Sterne.
Fazit: gerne wieder. Jedoch nicht an einem Samstagabend in der Vor-Adventszeit und zur Grünkohlsaison in Bremen. Wobei an dieser Stelle bemerkt wird: Grünkohl mit den klassischen Beilagen stand ebenfalls auf der Saison-Karte. Zu beobachten war: dieses norddeutsche Gericht wurde nicht nur häufig serviert, sondern machte dem Augenschein nach, was Zutaten und Beilagen anging, einen hervorragenden und bei den Gästen einen zufriedenstellenden Eindruck. read more