Der Kaiserhof bietet zwei verschiedene Restaurants, die er in seiner Werbung mit exquisit, raffiniert und hausgemacht beschreibt. Das Restaurant Gabriels bietet klassisch internationale Küche, seit 2010 umwirbt ein Gourmetrestaurant den Feinschmecker.
Der etwa 80 Sitzplätze fassende quadratische Gastraum des Gabrieli gliedert den Raum durch eine geschickte Säulenanordnung in vier Segmente (Thekenbereich, eine größere Tischgruppenecke und in den anderen beiden 2-er und 4-er Tische). Diese optisch gelungene Verkleinerung nimmt dem Raum den Saalcharakter, die ästhetisch-edle Ausstattung gibt ihm vornehme Gemütlichkeit.
Neben wechselnden Monatsmenüs bietet die Speisekarte eine breite Palette klassischer Gerichte, Fisch und Fleisch und Vegetarisches. Alles, was wir á la carte gewählt haben, war ausgesprochen lecker, die Präsentation eine Augenweide. Besonders erwähnt sei hier die Cremesuppe von Bärlauch, gebratenem Spargel und Tomate; die Schaumsuppe von grünem Spargel mit Steinpilzravioli und Kerbel; der Salat von Gurken und Bärlauch mit Riesengarnelen; der gebratene Steinbeißer auf Basilikumnage mit Frühlingsgemüse und geschwenkten Kartoffeln; die geschmorten Kalbsbäckchen in eigener Sauce mit geschmorter Karotte, Sellerie, Kartoffelmousseline; die gebratene Kalbsleber in einer dunklen Sauce vom Elstar, mit Zwiebelchen und Essiggraupen; die Kaninchenkeule, gefüllt mit Morcheln, Brioche und westfälischem Schinken, Blattspinat, Mangold und gebratenen Parisiennekartoffeln; Crème Brûlée mit Blaubeersorbet und Buttermilch; das Schokoladenparfaît. Die Speisenfolge wurde jeweils gleichzeitig und mit genügend zeitlichem Abstand serviert.
Die Bedienung war ausgesprochen nett und zuvorkommend, aufmerksam und handwerklich geschickt. Dass sie freilich spezielle Fragen zu den ausgewiesenen Gerichten der Speisekarte nicht beantworten konnte, zeugt von einer mangelnden Einweisung durch die Küchenleitung; dies ist ohne Zweifel ein dringend zu behebendes Minus.
Die Weinkarte beinhaltet eine angemessene Anzahl offener Weine und eine bemerkenswert breite Palette exzellenter Gewächse. Die verschiedenen Weinregionen Deutschlands finden sich besonders beim Weißwein, für den Rotwein dominieren verständlicherweise die ausländischen Denominationen, wobei ich Italien und Spanien besonders erwähnen möchte. Die Weinpreise allerdings sind deutlich höher, als dies für gleiche Angebote etwa im Süden der Republik üblich ist. Ausgesprochen schmalbrüstig ist das Digestif-Angebot, einzig verschiedene Wässerchen von Ziegler und Schladerer.
Insgesamt war der Abend ein Genuss, das Restaurant ist unseres Erachtens ohne Einschränkung zu empfehlen. read more