VORGESCHICHTE:
Ich (m, 29) habe mich letztes Jahr für die Behandlung (Verödung) einer Varokizele in meinem linken Hoden enstschieden. Da ich andauernde Beschwerden hatte, die auch mit konservativen Therapien nich besser wurden, habe ich mich nach langem Überlegen dazu entschlossen eine Operation durchführen zu lassen.
Die Beratung und Durchführung in der Praxis Reimar Domnitz war allerdings eine sehr durchwachsene Angelegenheit.
Ich wurde von einem sympatischen und kompetent wirkenden Arzt empfangen und beraten. Da ich mich mit dem Arzt gut gefühlt habe und mir versichert wurde, dass diese Art von Eingriff (antegrade skrotale Sklerosierung) in dieser Praxis zur Routine gehört, wurde auch sogleich ein Termin für die OP anberaumt. Leider wurde ich am OP Termin von einem anderen Arzt empfangen (Herr Dr. Domnitz selber) dem ich vom Aussehen, Auftreten und von der Arbeitsweise sofort als seltsam empfand. Ich legte mich mit sehr gemischten Gefühlen auf das Behandlungsbett, schrieb dies aber eher meiner Nervosität zu. Zu allem Überfluss fragte ich die OP Assistentin auch noch wie oft dieser Eingriff hier durchgeführt werden. Die Antwort war ca. 1 Mal im Monat, was ich eigentlich als extrem wenig empfinde, hier war mein gutes Gefühl also auch erstmal weg.
OPERATION:
Was dann folgte war für einen mündigen Patienten bei vollem Bewusstsein ein kleiner Horrorritt:
Nach der lokalen Betäubung meines Skrotums, die erwartungsgemäß verlief, reihte sich ein Missgeschick an das nächste. Das Skrotum wurde seitlich geöffnet, etliche Venen durchtrennt und versiegelt und die eigentliche die Varokizele testis verursachende Vene wurde gesucht. Leider hat dieser Vorgang wesentlich länger als normalerweise (30 Min.) gedauert und war begleitet vom (meines Empfinden nach) wahllosem Durchtrennen von mehreren Venen. Auf der Tonspur wurde das unverholen kommentiert, dass der operierende Arzt keinen blassen Schimmer hat welche Vene er jetzt nun nehmen soll. Kein beruhigendes Gefühl wenn man als Patient bei vollem Bewusstsein ist und der Samenleiter in dem Bereich verläuft in dem wild durchtrennt wird. Begleitet wurde das alles von einer großen Menge an herabrinnendem/spritzenden Blut die ich auf meinem Oberschenkel leider genau spüren konnte. Das Operationsbesteck entglitt dem Operateur sogar ein Mal (!!) Das ist meiner Meinung nach ein Mal zu oft. Da ich betäubt war konnte ich nicht fühlen ob etwas verletzt wurde.
Die zweite OP Schwester die den C-Bogen bedienen sollte (es wurde mehmals lauthals nach einer Jaqeline oder ähnlichem gerufen) hatte sich aus welchem Grund auch immer nach Hause oder zum Rauchen verabschiedet und so musste eine an dem Gerät ungeschulte Assistentin aushelfen. Bis sie bemerkte, dass der C-Bogen gar nicht eingesteckt war vergiengen gefühlte 5 Minuten. Nachdem Sie das Gerät mehrmals an die OP-Liege gerammt (!) hatte und der C-Bogen an war, erklärte Ihr Dr. Domnitz was sie wie einzustellen habe. Leider gelang es ihr nicht das Bild des C-Bogens richtig zu drehen so dass der operierende Arzt beschloss die Operation mit umgekehrten bzw. spiegelverkehrten Bild weiter durchzuführen.
Nach einer Weile wurde eine Vene identifiziert oder einfach auf gut Glück herausgesucht in die man das Verödungsmittel einspritzte.
Die Sache wurde zugenäht und mir als erfolgreiche Operation verkauft.
Ich bekam Ibuprofen 800mg mit auf den Weg und das war es.
FOLGEN:
Soweit so gut, das eine OP nicht immer angenehm sein muss ist mir auch klar gewesen aber mein Hoden hat sich in der Folge dermaßen entzündet, dass ich trotz potenzierter Antibiotikabehandlung zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gehen musste um den Hoden wieder in den Griff zu bekommen. Ich hatte ernsthafte Bedenken ob die Sache für mich glimpflich ausgehen würde. Ich musste über einen Zeitraum von 4 Wochen Antibiotika nehmen und konnte in der Zeit nicht Arbeiten, laufen oder normal auf die Toilette. ca. 3 Monate nach der OP konnte ich mein Skrotum immer noch nicht schmerzfrei hängen lassen. Ich kann keine Boxershorts mehr anziehen. Die einzige erträgliche Unterhosenart um den Alltag zu bewältigen sind mittlerweile SEHR enge Männserslips!
Das Schlimmste an der ganzen Geschichte ist allerdings, dass die Beschwerden nach der Behandlung deutlich stärker geworden sind, d.h. die Operation eine Verschlimmerung der Symptome verursacht hat. Es strahlt mittlerweile bis in die Leiste hoch in der sich immer noch ein verhärteter Strang (verödete Vene?) befindet. Die Krampfader selber ist größer und schmerzempfindlicher an gleicher Stelle. Es fühlt sich für mich fast so an, als sei die Verödungsflüssigkeit nicht in das Skrotum herunter gelaufen, sondern in die Leiste hoch.
Bei allen Folgeterminen in der Praxis Dr. Reimar Domnitz wurde sich darauf konzentriert mich zu beruhigen und Zeit zu gewinnen (es braucht mind. 6 Monate um den Erfolg zu beurteilen). Die OP liegt mittlerweile über 7 Monate zurück.
FAZIT:
Ich kann nur jedem Mann davon abraten diesen Schritt (mit diesem read more