Vor fast 10 Jahren war ich zum ersten Mal in diesem Cafe Immenso.
Der Besitzer, ein Afghane, ist ein sympathischer Mann, seine Gäste nennen ihn Kazem und er kann ausgezeichnet Geschichten erzählen.
Meine ersten drei Besuche erfüllten eine Geschichte aus dem Orient.
Er erzählte sie mir so gut, dass ich sehr aufmerksam zuhörte.
Als ich, obwohl er mir die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt hatte,
nach meinem ersten Besuch aus Termingründen gehen musste, sagte er:
Das macht gar nichts, bei der nächsten Tasse Kaffee erzähle ich sie gerne weiter.
Auch bei meinem zweiten Besuch hörte ich ihm gespannt zu.
Er hörte auf zu erzählen, wenn ein Gast einen Wunsch hatte.
Fast liebevoll, sehr achtsam, konzentriert und ritualmäßig bereitete er jedes Getränk zu.
Immer wusste er, wo er die Geschichte unterbrach und wo oder wie es weiterging. Neugierig auf den Weitergang der Geschichte hing ich an seinen Lippen.
Er sprach sehr leise, langsam und aufmerksam.
Wieder musste ich mich verabschieden, bevor die Geschichte von ihm zu Ende erzählt war.
Während meines dritten Besuches erlöste er mich.
Die Geschichte, es ging um Liebe und Sehnsucht, fand ein Happy End.
Seit dieser Zeit gehe ich jedes Mal, wenn ich in Wiesbaden bin, ins Cafe Immenso. Es gibt immer wieder schöne Gespräche und Begegnungen.
Morgen bin ich wieder in Wiesbaden und freue mich schon auf Kazem (Kasem gesprochen)
und auf den besten Kaffee der Stadt. read more