Oberhalb des Festspielhauses, auf dem schon legendären "Bayreuther Wagnerhügel", findet man dieses Restaurant, das sich - außerhalb der Festspielzeit durchaus abseits - aber jederzeit in geradezu exponierter Lage mit ausgezeichnetem Panoramablick auf Bayreuth präsentiert und - so erfuhren wir - als 'besonderer Italiener' da und dort in Bayreuth bezeichnet wird.
Wir waren gespannt auf dieses Restaurant, in das wir eingeladen waren. Besonders begrüßt oder willkommen geheißen wurden wir freilich nicht und dies obwohl das Lokal an diesem Abend nur schwach besucht war. Wir suchten unseren Tisch selber, zwei verschieden große Räume wie eine große Terrasse und ein Biergarten bieten eine Vielzahl von Plätzen.
Die Speisekarte bietet eine interessante Palette überwiegend italienischer Gerichte. Neben originalem 'Mozzarella di Bufala' und 'Prosciutto di San Daniele' findet sich neben anderem das selten angebotene 'Tartar di tonno' aber auch 'Vitello tonnato' oder auch ein 'Croccantini', das mit Auberginen und Mozzarella gratiniert und mit San Daniele-Schinken belegt ist in der Antipastiauswahl. Wir wählten aus der Bruschettekarte die "Croccantini Finocchiona", geröstetes Knoblauchbrot gratiniert mit Auberginen und Mozzarella, belegt mit italienischer Fenchelsalami, wie auch zwei 'übliche' Bruschette. Beides war handwerklich einwandfrei und durchaus schmackhaft zubereitet, die Darbietung freilich ausgesprochen einfallslos.
Weil die Grillgerichte dieses Lokals herausgehoben werden, wohl auch weil sie direkt im Lokal zubereitet werden, entschieden wir, unseren Hauptgang aus der Grillkarte zu wählen. Neben durchaus Bekanntem wie etwa dem 'Agnello alla Scottadito' oder einem 'Costoletta di Vitello alla Griglia' finden sich interessante Besonderheiten wie etwa das 'Pollo alla Diavola', das 'Filetto alla fiamma', ein 'Verdure alla griglia' oder das von uns gewählte 'Cowboy-Steak', ein Entrecote, das mit dem Knochen gegrillt wird. Dass die Karte zusätzlich eine 'Steak-Sauce pikant' anbietet, die "auch zum mit nach Hause nehmen" ist, erscheint uns für ein Restaurant mit diesem Güteanspruch wohl eher unpassend. Wir hatten unser Steak englisch gewünscht und es ebenso bekommen. Die Beilage im kleinen Aluschälchen - Kartoffel und Gemüse - war nicht gesondert zubereitet, olivenölgetränkt und wirkte wie ein Alibi. Das Fleisch schmeckte so, dass man damit zufrieden sein konnte, auch wenn es eher lieblos gewürzt und einfallslos auf dem Teller präsentiert worden war. Nicht überall üblich freilich ist, dass - wie bei einer Portion - die Hälfte (!) vom (viel zu groß belassenen) Knochen bestimmt wird, schon deswegen nicht nebensächlich, weil ja ganz selbstverständlich durch sein Gewicht der Preis erheblich mit bestimmt wird. Wie gesagt, es war schmackhaft zubereitet, aber es wurde dem Anspruch des Lokals "Die Kunst zu Leben ist auch die Kunst zu Geniessen" nicht gerecht.
Das Weinangebot ist ausgesprochen schmalbrüstig, der gewählte Chianti besser zum Kochen als zum Trinken geeignet, die Preise sind im Blick auf die gebotene Qualität eine Unverschämtheit. Entgegen jeder Sitte tranken wir dann im Nachgang noch einen 'Lugana', wenigstens dieser Weiße ließ auf der Zunge - ganz entfernt - etwas von Weingüte erahnen!
Was den Service betrifft, so hätte es uns gewundert, wenn wir besondere Aufmerksamkeit erfahren hätten. 'Man' tat seine Pflicht, das reicht ja schließlich!
Wir waren hierher eingeladen, wir waren nicht unzufrieden, aber sehen keinen Grund dieses Lokal nochmals aufzusuchen! read more