Das Essen eine Frechheit; der Service ein Witz Da uns das Restaurant bislang unbekannt war, hatten wir im
Internet einen Menü-Gutschein für sechs Personen ersteigert. An einem Sonntagabend
dann, wollten wir im Bootshaus Albatros das bis dahin schöne Wochenende
gemütlich ausklingen lassen. Die Atmosphäre machte auf den ersten Blick auch
tatsächlich einen gemütlichen Eindruck: rustikaler Holzdielenboden, leichtes
Schaukeln durch den Rhein, gemütlich aussehende Holztische und ein paar
wuselige Kellner (vier Stück für zirka 10 Tische). Direkt der erste Kellner war allerdings total überfordert
als er hörte, dass wir für 19:00 Uhr einen Tisch reserviert hatten. Ein Blick
in den großen Raum verriet: Hier ist kein Tisch für sechs Personen frei. Also
sollten wir uns an einen Katzentisch im vorderen Raum setzen. Das wollten wir
aber nicht. Also bat man uns ein paar Minuten zu warten. Während der knapp
15-minütigen Wartezeit hat sich niemand um uns gekümmert. Kein
Begrüßungsgetränk, keine Informationen darüber wie lange es noch dauert und
kein Ausdruck des Bedauerns wegen der Unannehmlichkeiten. Wahrscheinlich wusste
der Kellner schon, dass das nicht die lezten Unannehmlichkeiten für diesen
Abend sein sollten. Ein Viertelstunde später bekamen wir dann unseren Tisch. Ein
zweiter Kellner informierte uns dann, dass unser Gutschein folgendes Menü
umfasse: -
Vorspeise: Tomatensuppe
-
Zwischengang: Rucola Salat
-
Hauptspeise: Geschnetzeltes vom Rind an
Bandnudeln und Brokkoli oder Lammsteak an Blattspinat und Kartoffelecken
-
Nachspeise: Mousse au chocolat Die Tomatensuppe kam sofort (zirka zwei Minuten nach den
Getränken) und war lauwarm. Außerdem war die Suppe nicht besonders sämig und
auch nicht besonders lecker. Sie war weder frisch noch mit Liebe selbst
gemacht. Ein Koch-Azubi im ersten Lehrjahr bekommt die besser hin. Insgesamt
Enttäuschung Nummer zwei an diesem Abend. Der Rucola Salat wurde mehr als lieblos in Mini-Portionen
auf einen Teller geworfen, um ihn dann in viel zu scharfem Balsamico-Dressing schier
zu ertränken. Als Deko gab es eine halbe Cocktail-Tomate und oben drauf eine
Staubschicht frisch geriebenen Parmesan. Hätten wir alle nicht ernsthaft Hunger
mitgebracht, spätestens diesen Gang hätte man umgehend zurückgeben müssen. Während dem Verzehr des Zwischengangs denke ich mir so: Ob das
noch schlimmer werden kann? Und, als wollte der Kellern mir beweisen, dass das
tatsächlich geht, stand er noch während
einige aus unserer Gruppe damit beschäftigt waren, den Salat runter zu würgen
mit zwei Tellern Hauptgang neben unserem Tisch. Da der Hauptgang auf den ersten Blick eh wie aufgewärmt
aussah, baten wir den Kellner doch noch ein paar Minuten zu warten, bis er uns
damit behelligt auf die fünf Minuten Warmhalte-Glocke mehr oder weniger kam es
dann schließlich auch nicht mehr an. Als der Hauptgang dann kam bestätigten sich alle
Befürchtungen. Zwischen den viel zu weichen Pizen gab es hier und da mal ein
Stück Rindergeschnetzeltes zu erahnen. Der Brokkoli war zwar bissfest dafür aber
eiskalt und die Nudeln schwammen in der Soße. A propo Soße: Die war
mittlerweile an der Oberfläche geronnen und bildete eine Haut, wie man sie
sonst nur von zu schnell erkaltetem Vanillepudding kennt. Alles in allem
ungenießbar. Das meine Begleiterin den Teller komplett unangetastet
wieder zurück gehen ließ, entlockte dem Kellner nichtmal mehr ein müdes Lächeln.
Die Nachfrage: Hat es Ihnen nicht geschmeckt? sparte er sich direkt ganz vermutlich
hat er die Antwort auf diese Frage in den letzten Tagen schon viel zu oft gehört
und darauf einfach keine Lust mehr gehabt. Womit wir beim Service wären: Dass die Kellner keiner Lust
hatten, sich um das Wohlbefinden ihrer Gäste zu kümmern, bekamen wir in jeder
Sekunde unseres Aufenthalts im Bootshaus Albatros unverblümt vermittelt. Während
der gesamten 2,5 Stunden die wir im Bootshaus Albatros waren, wurden wir kein
einziges Mal gefragt, ob wir noch etwas trinken möchten, ob es geschmeckt hat,
ob alles in Ordnung sei, oder ob man sonst noch etwas bringen könne. Wir als
Gäste waren den Jungs einfach vollkommen egal. Dazu passt dann auch, dass die ebenfalls sehr lieblos
dargereichte Nachspeise dem ganzen noch die Krone aufsetzte. Die Mousse au
chocolat war keine Mousse sondern stinknormaler Schokoladenpudding aus der
Tüte. Angereichert mit so viel Gelatine, dass es leicht chemischer Glanz zu
vernehmen war und die Konsistenz eher an Kaugummi erinnerte. Dieser Gang ging
gleich dreifach unberührt zurück. Auch das schien die Kellner nicht im Geringsten
zu wundern oder zu interessieren. Als Fazit bleiben für mich zwei Wörter: Nie wieder! read more