Von einer freien Werkstatt erwarte ich generell keinen guten Service, leider ist diese aber in Darmstadt die einzige Werkstatt, die Seats repariert. Da ich Berufspendler bin und mein Auto in Darmstadt den Geist aufgegeben hat, ließ ich mein Auto vom ADAC also zu Auto Bormet abschleppen.
Das Auto hat ab ca 1.200 U/min kein Gas mehr angenommen, daher konnte ich nicht schneller als 20 km/h fahren. Fehlerdiagnose Herr Bormet: Motor-Steuergerät defekt. Entscheidung: neues kaufen (1.000 Euro) oder dieses durch eine Fremdfirma reparieren lassen (~400 Euro).
Ich entschied mich für die zweite Geschichte und der Kostenvoranschlag übers Telefon durch Herrn Bormet lautete: mit Aus- und Einbau ca. 550 Euro. Als ich das Auto dann wieder abholen wollte, lag mir eine Rechnung über 800 Euro vor. Da hab ich erstmal nicht schlecht gestaunt. Herr Bormet hat bei seinem Kostenvoranschlag einfach mal den Preis ohne MwSt. genannt. Klar, ich bin ja ne Firma oder was?! Außerdem ärgerlich: Er hat zusätzlich noch den Kraftstofffilter und irgendein mysteriöses Relais mit gewechselt, weil beim Fehlerauslesen ein sporadischer Fehler dazu angezeigt wurde (sporadische Fehler treten nicht dauerhaft auf und werden in der Regel ignoriert). Eine telefonische Info bzw. Entscheidungshoheit dies betreffend hätte mich sehr gefreut!
Nach kurzer Diskussion vor Ort wurde die Rechnung auf 675 Euro korrigiert. 125 Euro runter nach ein paar kurzen kritischen Worten. Hauptsache mal probiert, den ahnungslosen Kunden arm zu machen. Mit einer seriösen Werkstatt hat das nicht viel zu tun.
Ab jetzt wird es erst richtig interessant: Auf Nachfrage, was denn eigentlich am Steuergerät defekt war, konnte/wollte Herr Bormet keine Auskunft geben und auch keine Rechnung der Firma vorweisen, die die 500 EUR-Reparatur durchgeführt hat. Die Rechnung wies einfach nur den Posten mit Fremdleistung aus. Also ab zum Anwalt, freundliches Schreiben veranlasst mit der Bitte, die Fremdleistung näher zu erläutern.
Als Antwort von Herrn Bormet kam eine korrigierte Rechnung mit plötzlich nur noch 70(!) Euro Fremdleistung mit der Info, dass das Steuergerät durch die Fremdfirma zwar überprüft wurde, aber gar nicht defekt war Die restlichen ~400 Euro wurden einfach umgelagert auf einen neuen mysteriösen Posten, der nur aus Arbeitszeit bestand. Diese Arbeitszeit sei wohl entstanden beim Aufspüren einer nicht werkseitigen Unterbrechung, eine einfache Wegfahrsperre, die ich mir hatte einbauen lassen. Diese Wegfahrsperre ist ein Kabel, welches die Stromzufuhr der Benzinpumpe überbrückt und welches direkt in die Verkleidung im Innenraum des Autos zu einem Schalter führt. Hat mit dem eigentlichen Problem überhaupt nix zu tun. Und selbst das Aufspüren dieser Wegfahrsperre dauert keine 5 Minuten, da das Kabel inklusive Schalter sofort auffällt, wenn man die Verkleidung abnimmt, da es ja damit verbunden ist.
Das eigentliche Problem war wahrscheinlich einfach nur das defekte Relais, welches ja auch ausgewechselt wurde.
Ende vom Lied: Klage eingereicht, Geld zum Teil wiederbekommen. Zum Teil einfach nur deshalb, weil der Streitwert es sowohl zeitlich als auch finanziell nicht wert gewesen wäre, den ganzen Weg inklusive Gutachter zu gehen. Daher ist es auf einen Vergleich hinausgelaufen. Herr Bormet war damit natürlich mehr als einverstanden, da er ganz genau wusste, wie die Dinge stehen und dass das Urteil im Falle des kompletten Verfahrens nicht zu seinen Gunsten ausgefallen wäre. read more