Angeregt durch die letzte Bewertung waren mein Mann und ich am Mittwoch bei Achilles.
Sollte es in Wiesbaden tatsächlich einen Griechen geben, der nicht alle seine Gerichte mit Zaziki und Krautsalat zupappt? Bei dem nicht Knoblauch das alles bestimmende Gewürz ist? Der tatsächlich mal was anderes als die üblichen, oft konservierten Dicken Bohnen, schwarzgefärbten Oliven, und knödeligen gefüllten Weinblätter als Vorspeise serviert? Der butterweiche Kalamares hinbekommt? (wer selber schon welche zubereitet hat, weiß, wie schnell man plötzlich Altgummi in der Pfanne haben kann). Das mussten wir ausprobieren!
Wir fanden: eine liebevoll dekorierte Vorspeisenplatte mit reifen schwarzen Oliven (nicht gefärbt), wenigen Pepperoni und darunter eine große Auswahl an herrlich cremigen, frischen und selbstgemachten Dipps. Auberginencreme, bei der nicht das Raucharoma dominierte, sahnigen Zaziki, eine wunderbar würzige Creme mit Schafskäse, der Kartoffelsalat entpuppte sich als eine leckere Mischung aus gekochten Kartoffeln mit Nüssen und Knoblauch (so einfach und gut, das probiere ich demnächst zuhause auch mal), der berühmte rosa Fischrogen, der nicht meine Sache ist, aber meinem Mann sehr gut schmeckte und noch ein paar andere kleine Leckereien, die das Vorspiel zum Vergnügen machten.
Der Lammspieß mit Salat kam exakt so auf den Tisch, wie er in der Karte beschrieben ist, ohne Zaziki, ohne Pommes, nur zartes, rosa aber cross gebratenes Lammfleisch und marktfrische Blattsalate (Lollo Rosso, Batavia und Eichblatt) und selbstgemachter Krautsalat. Ideal im Sommer und für die Bikinifigur ;o)
Auch die Kalamares enttäuschten unsere Hoffnung nicht: Weich und zart waren sie weit entfernt von dem, was manchmal anderenorts den Gästen zugemutet wird. Da beherrscht jemand in der Küche sein Handwerk!
Den Abschluss als Joghurt mit Erdbeeren zu bezeichnen würde ihm nicht gerecht; geröstete Mandeln, leckerer Honig und Quittenmark für die Süße- Säurebalance zeigen, dass auch jemand mit Sinn für einen sensitiven Gaumen das Zepter schwingt.
Stichwort Wein: Der getrunkene Melapus war voll, samtig und im Abgang nachhaltig, ohne Flasche und außerhalb des Lokals würde niemand an griechischen Wein denken. Wenn die anderen Produkte auf der Weinkarte, die übrigens länger als die Speisekarte ist!, ebenfalls in dieser Qualität sind, dann gibt es tatsächlich so etwas wie einen Weinaufbruch im Land von Tsallli rot-weiß und Mavrodaphne. Helas! Das werden würden wir bei nächster Gelegenheit überprüfen!
Dann vielleicht mit gebratenem Oktopus (ob der auch so weich wird?) und Lammkeule. read more