Hier die Bewertung unseres erstmaligen Besuches in der Krone in Hetschbach am 14.2.08 (inkl. Hotelaufenthalt):
Positiv:
Wir hatten das Wintermenü zu 88,00 Euro mit korrespondierenden Weinen (zuzgl. ca. 40,00 Euro-genau wissen wir das nicht, da der Zusatzpreis nirgends ausgewiesen war und da wir aufgrund einiger zusätzlichen Gläser Wein einen höheren Betrag zahlten). Das Menü hatte 7 Gänge, dazu der übliche Gruß aus der Küche, hier allerdings recht üppig und damit fast schon ein zusätzlicher Gang. Dazu kam noch ein, ich nenne es mal Vorgruß aus der Küche, eine Lachscreme mir Lachssorbet in der Filoteigtüte-eine Offenbarung.
Die Gänge selbst alle sehr gut, manche sogar ausgezeichnet. Der Hummergang war üppig mit Hummer ausgestattet, bei den Fischgängen a la minute auf den Punkt. Fleischgänge ebenso perfekt. Trüffel aus dem Perigord, sonst regionale Produkte (außer dem Hummer natürlich); Präsentation bei allen Gängen perfekt. Austausch eines Ganges bei mir (Dessert) gegen ein anderes Dessert problemlos; Austausch von Gänseleber bei meiner Frau ebenso problemlos, aber hier gibt es Kritik (s. unten).
Korrespondierende Weine sehr passend, internationale Mischung (Franken, Australien, Italien, Sauternes, Mallorca (super), roter Port) nur zum Sorbet kein eigenständiger Wein, war aber so vollkommen okay (war eh schon fast zu viel).
Preis von 88,00 Euro (Menü) + ca. 40,00 Euro (Weine) vollkommen in Ordnung und absolut angemessen, d. h. für uns: ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Kritik:
Beim Austausch der Gänseleber bei meiner Frau (Gang war original Wildente und Gänseleber mit Sellerie und wilden Feigen) wurde ihr anstelle der Leber doch tatsächlich Hühnerflügel angeboten, fast schon ein Schock bei uns: waren wir bei Kentucky Fried Chicken gelandet? Nach unserer Ablehnung wurde angeboten, statt der Leber eine größere Portion Ente zu geben, was wir annahmen. An dieser Stelle wäre doch erheblich mehr Kreativität seitens der Küche angebracht gewesen, zumal in anderen angebotenen Menüs und a la Carte zahlreiche Alternativen angeboten wurden.
Zur Kreativität: Im zweiten Gang (Steinbutt und gebackener Schweinefuß mit Spinatrisotto und Trüffeln) wurde u. E. zuviel Kreativität Raum gegeben. Die Würfel von den Schweinefüßen enthielten praktisch keinerlei Fleisch, wahren pampig und fettig und schmeckten eigentlich nach nichts. Zudem passten sie nicht zum Steinbutt, welcher für sich und zusammen mit den anderen Teilen des Ganges mit Ausnahme der Sauce ausgezeichnet war. Zur Sauce: Diese war in diesem Gang zwar ebenfalls sehr gut, aber sie passte nicht zum Fisch, ebenso wenig, wie die Trüffel. Diese hätten sich bei der Wildente wohler gefühlt. Nochmals zu der Sauce (wie auch in einigen anderen Gängen): Etwa die Hälfte der Saucen waren zu kräftig und nahmen den Haupt-Gang-Bestandteilen dabei gerne die Hauptrolle ab, indem sie sich in den Vordergrund drängten.
Noch ein Punkt: Aufgrund von personellem Engpass wurden wir von der Auszubildenden bedient. Diese war ausgesprochen freundlich und zuvorkommend. Leider hatte sie aber von dem was sie auftischte keinerlei Ahnung. Immerhin sagte sie dies bei unseren Fragen zu Weinen und Produkten und sie holte die Information dann immer in der Küche-immerhin. Wir wußten nicht, daß uns die Auszubildende bedient-dies hätte man schon vorher mitteilen sollen (oder eine kleines Schild in Ausbildung am Revers der jungen Frau wäre gut gewesen-das ist durchaus üblich und hätte uns auch nicht gestört.). Mit Kenntnis davon hätten wir sicher auch die fehlenden Antworten anders eingeordnet. Zudem war auch kein Sommelier anwesend, so daß wir uns hier zumidest bei dem Versuch der Weinauswahl aus der ausgezeichnet sortierten Karte Unterstützung von anderen Mitarbeitern oder vom Inhaber gewünscht hätten-so nahmen wir eben die korrespondierenden Weine.
Ambiente:
Durchaus gemütlich und nicht steif; viele Herren kamen sogar im Pullover, also ohne Krawatte, was niemanden wirklich störte-sehr angenehm. Die Beleuchtung könnte etwas gedimmter sein-wir empfehlen einen der beiden Tische im Erker-die sind besonders nett von der Sitzposition her.
Hotel: Sehr familär, aber angenehm. Zimmer gemütlich, Badezimmer etwas eng. Kein Nobelhotel, aber ein kleines und gepflegtes Landhotel mit sehr gutem Frühstück (besonders positiv: sehr große Auswahl an frischem, geschnittenem Obst: Erdbeeren, Heidelbeeren, Melone, Maracujas, Weintrauben, Ananas und anderes mehr). Preis von 88,00 Euro inkl. Frühstück für 2 Personen und eine Nacht (für ein sog. kleines Zimmer-die sind übrigens wesentlich gemütlicher, als die großen-hatten wir uns angesehen-für 92 Euro). Kleine kostenlose (inkl. Handtüchern) Sauna plus Mini-Fitnessraum plus Solarium: beides nicht gerade urgemütlich zu nennen, aber für den Kurzaufenthalt durchaus ausreichend.
Fazit: Alles in allem nenne ich unseren Besuch nicht perfekt, aufgrund der geschilderten Details auch nicht ausgezeichnet aber doch sehr gut mit Tendenz nach oben. Hat man das Peronalproblem wieder read more