Die Fakten:
2x großes Menü je € 59,00
2 x 0,25l Weißburgunder im Glas je € 4,20
1x 0,75l- Flasche Riesling "Neef" € 24,00
1 Fl. Wasser € 4,80
2 Espresso je € 2,40
Die Kritik:
Bei einem Geschäftsessen unter der Woche wurden wir nach telefonischer Reservierung von einer Mitarbeiterin freundlich begrüßt. Patronne und Chef waren beide nicht da. Nur ein weiteres Paar hatte an diesem Abend reserviert. Der Gewölberaum hat den Charme der 80/90er Jahre, Stuhlhussen, verschiedene Leinentischdecken aus alten Bettlaken, Vorhänge mit altbackenen Muster, "80er Jahre Cocktailgläser" als Wasserglas und nicht sonderlich hochwertige Weingläser. Da hat jeder Winzer mittlerweile schönere Gläser. Hier sollte schleunigst mal entrümpelt und etwas Geld in die Austattung gesteckt werden. Das kostet nicht die Welt!
Im Hintergrund lief spanische Dudelmusik in der Endlosschleife, auffallend war jedoch, das es zielmlich kalt im Raum war, im Laufe des Abends wurde es leider auch nicht wärmer. Hier auf dem Land sollte in der Jahreszeit ruhig abends geheizt werden, wir waren später ziemlich ausgefroren.Das große "exclusive" Menü sollte herbstlich inspiriert sein. Als erstes Amuse bouche gab es einen selbstgemachten Kräuterquark mit Tomaten, Radieschen etc. jeweils in einer Schale auf dem Tisch zum Tunken mit Brot. Sehr bodenständig aber nett.
Danach als 2. Amuse bouche ein kleines Steinpilzsüppchen im Glas mit diversen kleinen Terrinen (Fisch,Kalb...). bis hierher ein schöner Einstieg ins Menü. Danach folgte die Vorpeisenvariation "Jean-Marie gibt alles" mit diversen Terrinen, einer kleinen Quiche. Hier wiederholte sich leider das Amuse bouche. Geschmacklich war es in Ordnung und hausgemacht, allerdings keine große Haute Cuisine, von einem Schüler von Bocuse kann man da sicherlich mehr erwarten.
Als sogenannter Fischgang folgte dann ein geräucherter Lachs, auf einem Kuchenteller, kalt und langweilig. Mittlerweile war uns auch richtig kalt. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte man noch argumentieren können, dass man auf dem Dorf ist, dass ja immerhin alles hausgemacht ist. Aber ein kaltes geräuchertes Lachssstück, präsentiert wie in einem Dorfgasthaus der 80er Jahre, an einem kühlen herbstlichen Abend in einem kalten Gastraum,..., das war eine Frechheit!
Aber da ja uns noch nicht richtig kalt war, folgte noch ein Zwischensorbet in einem ebenfalls aus den 80er Jahren stammenden "DerGroßePreis-Kandidatenkugel-Glas". Was soll so ein Gimmick? Ein Zwischensorbet mag nett sein um nach einem schönen Fischgang den Gaumen zu reinigen, ist aber eigentlich nur ein Showeffekt für Leute, die in den 90ern mal "richtig schick" essen wollten.
Nun denn, immerhin folgte nun der warme Fleischgang, zwar kein Kalbsfilet, wie auf der Karte, aber das kann passieren, dass die Küche mal was nicht bekommt und ist nicht schlimm, sonder ein Rinderfilet mit Pfifferlingen. Das Rinderfilet war gut gemacht, sehr schön rosé und geschmacklich gut. Insgesamt fein, aber halt wieder keine Haute Cuisine. Art der Teller, Art des Anrichtens, leicht verkochte Pfifferlinge, langweilig und altbacken!
Immerhin war uns nun etwas wärmer!
Zum Abschluß gab es noch eine Dessertvariation, in den 90ern/2000ern auch gerne Dessertkarawane genannt. Kleine Crème Brulée, Mousse, Kuchen etc. Geschmackilch ok, aber halt super langweilig und nicht zeitgemäß.
Zum Wein; Als Apéritif haben wir uns jeweils 0,1l Weißburgunder bestellt. Die Servicedame brachte dann jeweils jedem ein Viertel in jeweils einer kleinen 70er Jahre-Karaffe. Der Wein war gut und wir sind trinkfest, was solls. Allerdings diese Karaffen, na ja!
Der Riesling von Neef war auch gut, warum man allerdings kein neues Glas bekommt, war mir unverständlich. Das geht ebenfalls überhaupt nicht!
Das Fazit:
Ein enttäuschender Abend unter dem Motto Zeitreise in die 80er.
Das Menü ist viel zu teuer, die Küche ist einfach und bodenständig, aber nicht französisch und modern, das Gewölbe müsste dringend modernisiert und neu eingerichtet werden.
Insgesamt leider nicht sehr zu empfehlen, schade! read more