Wenn ich ukrainische oder etwas präziser galizische Gerichte essen möchte, erwarte und möchte ich auch nicht überfeinerte oder experimentierfreudige Kochkunst oder ein vom Innenarchitekten in Westchic herausgeputztes Lokal. Nein, da soll mit Stolz und Ehrlichkeit ordentliche Hausmannskost geboten werden und das erfüllt das Watra mit absoluter Perfektion. Die Warenyki, die Pelmeni, der Borscht, das schmeckt genauso wie Sie es von Ihrer lemberger Großmutter vorgesetzt bekommen. Vom goldverzierten Besteck, über die anderen Gäste zu den Dekorationsobjekten das ist Authentizität, als gäbe es keine Alternativen. Grandios!
Was hier von einigen ahnungslosen Rezensenten kritisiert wird die kleine Auswahl an Speisen, ist das sicherste Qualitätsmerkmal für derlei kleine Gasthäuser. Man kann nicht die Zutaten für 50 Gerichte in einem Lokal mit einer Kapazität von vielleicht 30 Gästen frisch halten. Hätten Sie jemals Deutschland Richtung Osten verlassen würden Sie auch wissen, dass es in fast allen osteuropäischen Restaurants gefühlte 70 % der in der Speisekarte angegebenen Gerichte zu jedem beliebigen Zeitpunkt nicht zu haben sind. Es ist nicht ägerlich sondern rührend auch im Watra zu hören, dass die erste Wahl leider aus sei.
Ich würde mir ja noch wünschen, dass sie 50 Euroscheine nicht wechseln können und Damen mit dem Charme sowjetischer Bahnbilleteusen die Bedienung machen, damit kann es leider nicht dienen der lemberger Inhaber und die anderen Angestellten sind von ausgesuchter Freundlichkeit.
Mehr als eine Empfehlung, eine Verneigung. read more