Das Positive:
Pizza und Pasta können sie in der Villa Dante.
Nun zum traurigen Rest:
Wir wurden nach vorangegangener Reservierung von einer Person eingewiesen, die eher nach Pfandflaschensammler aussah und untypisch für Pfandflaschensammler sehr unfreundlich war. Dem Auto nach zufolge, mit dem er eine Stunde später abgebraust ist, handelte es sich um ein Mitglied der Chefetage, was den Rest des Abends erklären würde, der Fisch stinkt ja bekanntlich vom Kopf her). Wie mir Reservierungen umgegangen wird, verstehe ich auch nicht, denn es wird nicht etwa ein entsprechener Tisch zu der angegebenen Uhrzeit reserviert. Vielmehr genießt man einfach Vorrang gegenüber unangemeldeten Gästen, kann aber durchaus auch mal 15 Minuten auf einen Tisch warten (der zufällig frei oder schlicht geräumt wird).
Weiter ging es mit einer 25 minütigen Wartezeit auf den ersten Kontakt mit einem eigentlich freundlichen Kellner (hier hatten wir wirklich Glück, seine Artgenossen gingen schon eher in Richtung Kotzbrocken) und der Speisekarte. In der nächsten halben Stunde Wartezeit bis zur Aufgabe der Bestellung wurde klar, dass hier einiges schief läuft. Ausnahmslos jeder Tisch in Sichtweite hatte etwas zu beanstanden. Meist waren die Gäste genervt, weil die Wartezeiten viel zu lange waren, oder etwas vergessen wurde. Wir wollten trotzdem das Beste aus dem Abend machen und ließen die langen Wartezeiten ohne Murren über uns ergehen.
Nach ziemlich genau einer Stunde seit betreten des Resaurant hatten wir auch schon unsere georderte Flasche Wasser auf dem Tisch! Öffnen und einschenken muss man hier selbst, da die Kellner keine Zeit für derartige Arbeiten haben. Zehn Minuten später kam der Weißwein. Was macht man nun mit so einer Weißweinflasche aus der Kühlung? Richtig, 10 Minuten geschlossen auf den Tisch des Gastes stellen (bei 30° C), um noch ein paar Teller abräumen zu können und dann irgendwann mal vorbeischaun und sie zu öffnen. Was mich dann doch sehr überrascht hat, war das Füllen der Gläser durch den Kellner! Zumindest in erster Instanz. Danach hatten Weinflasche und Kellner keinen Körperkontakt mehr, hab ich schonmal anders erlebt.
Es wurde immer mehr klar, dass die Kellner hier total überfordert sind. Unser eigentlich nettes Exemplar hatte anscheinend den Bereich um uns herum abzuarbeiten, bewegte sich aber des öfteren ans andere Ende des Restaurant-Gartens oder verschwand für 15 Minuten im Restaurant selbst. Ich habe keine Ahnung, ob die Kellner beim Abholen der Speisen und Getränke noch mathematische Rätsel lösen müssen, es ist aber zu vermuten, da alles einfach drei bis viermal so lang dauert, wie in ähnlichen Restaurants. Durch diesen Umstand waren alle Gäste entweder total entnervt oder belustigt wie in einer Freakshow und die Kellner hatten dementsprechend natürlich auch nicht viel zu lachen. Sich bei jedem Kontakt mit einem Gast erst zu entschuldigen war zwar höflich, macht die Sache aber insgesamt auch nicht besser. Entweder mehr Personal anstellen (wobei die ungefähr doppelte Anzahl gemäß der Wartezeit geeignet wäre) oder fähigere Kellner.
Die Stimmung im Bereich um uns herum war schon langsam latent aggressiv, da an jedem Tisch auf irgendetwas unverhältnismäßig lange gewartet wurde bzw. Bestellungen einfach nie ihr Ziel erreichten. So war ich auch nicht wirklich überrascht als ich meine Hauptspeise gegrillte Kalbsmedallions mit Rosmarinkartoffeln und Salat bekam. Bzw. eine modifizierte Interpretation der Bestellung. Das Kalb war nicht gegrillt sondern zu zähen Fleischfetzen zergrillt. Beim Salat wurde das Dressing vergessen, der war komplett roh und die Kartoffeln gabs gar nicht. Der Teller ansich sah schon eher nach 5EUR Suvlaki aus, der Unterschied zu Kalbsmedallions mit Rosmarinkartoffeln ist aber anscheinend weder den Köchen noch dem Kellner aufgefallen.
Der Rest ist kürzer erzählt, weil es einfach immer so weiter ging. Nachbestellte Kartoffeln kamen nach 15 min, Dressing für den Salat nach 20 min. Für die Nachspeise wollten wir nochmal die Karte besichtigen, verlangten dann aber nach weiteren 20 Minuten ohne Karte die Rechnung, um dem Schauspiel eine Ende zu bereiten.
Fazit:
Unfreiwillig komischer Abend, der irgendwann sehr auf die nerven ging. Man kommt sich vor als wäre das die Neueröffnung eines Restaurants von einem gelernten LKW-Fahrer, ders mal mit Gastronomie versucht und zufällig 1-2 gute Köche in seiner Küchencrew hat. Die Kellner sind anscheinend alle Freunde und Verwandte, anders kann ich mir den Service-Standard nicht erklären. Trotz teilweise gutem Essen, kann man hier keinen schönen Abend verbringen. read more