Ich liebe Sushi und habe schon einige Lokale ausprobiert in Stuttgart. Für mich keine Frage: Ganz oben auf dem Treppchen steht das Sushi-Ya. Unangefochten. Das trifft allerdings auch auf die Preise zu: Wer es sich hier zu zweit gutgehen lässt (mit entsprechenden Getränken), ist ruckzuck 60, 70 Euro los. Aber: Man muss ja nicht jeden Tag ins Sushi-Ya...Eins vorweg: Reservierungen werden keine angenommen. In aller Regel bekommt man aber selbst dann recht fix einen Platz, wenn viel los ist - die Fluktuation ist hoch.Die Einrichtung ist recht sachlich und edel, aber nicht zu kühl. Die Bediensteten sind unserer Erfahrung nach - ich war im Sushi-Ya innerhalb der vergangenen vier Jahre vielleicht ein Dutzend Mal - ausnahmslos freundlich (was subjektiv und allgemein betrachtet immer seltener wird in der Gastronomie) und sind kompetent. Nachfragen zu Zubereitung, Herkunft der Ausgangsstoffe und so weiter sind immer zuvorkommend beantwortet worden.
Eine wirkliche Wonne ist es, den Köchen bei ihrer Arbeit zuzuschauen! Deshalb rate ich jedem, der erstmals hier ist, sich an die Theke zu setzen, von wo aus man einen unverstellten Blick auf die Zubereitung der Speisen hat. Die werden frisch zubereitet - und das mit einer Behändigkeit, die beeindruckend ist. Allein zu sehen, wie die Köche und Gehilfen den Reis behandeln oder ihre rattenscharfen Messer schwingen, ist ein echter Hingucker.
Das Sushi ist - wie schon erwähnt - erstklassig. Der Fisch ist frisch - hier dürfte es sich auszahlen, dass das Sushi-Ya im Feinkost Böhm ansässig ist - und hat zwar keinen aufdringlichen (was auch schlimm wäre), aber einen klar definierten Eigen-Geschmack. Die verschiedenen Fisch-Sorten sind also unterscheidbar, was in anderen Sushi-Restaurants leider nicht selbstverständlich ist. Dafür muss der Fisch qualitativ wirklich spitze sein. Zudem hat der Reis bei den Nigiris eine perfekte Konsistenz und changiert geschmacklich leicht zwischen süß und säuerlich - so, wie es meiner Meinung nach auch sein sollte.
Die Karte gibt abseits der üblichen Verdächtigen im Maki- oder Nigiri-Milieu übrigens noch viele überraschende Kompositionen her. Beispielsweise eine Vorspeise (deren Namen ich vergessen habe) aus Gurke. Hmmmmmm! Ein Gedicht! read more