Das Fazit vorweg: die Geburtshilfe/Entbindungsstation kann man vergessen wer sich nicht unglücklich machen will, geht niemals, niemals dahin! Auch wenn es auf der Gynäkologischen Station einige sehr freundliche Schwestern und Ärztinnen gibt, die vielleicht sogar kompetent sind.
Im Kreißsaal geht es drunter und drüber, und für Ausnahmegeburten gibt es eindeutig keinerlei Handlungsanweisung oder Behandlungsstandards: von den ständig wechselnden Hebammen verlangt die eine das Gegenteil von der nächsten oder über-übernächsten (es rennt sowieso jederzeit überraschen wieder eine andere ins Zimmer): abends wurde mir das Aufstehen verboten, damit das Kind nicht auf dem Klo zur Welt kommt (Zitat Hebamme) 12 h später mußte ich Aufstehen, um die Wehen in Gang zu bringen. Es scheint da null Abstimmung zu geben, sowenig wie klare Zuständigkeiten für einen bestimmten Kreißsaal.
Aber nicht nur innerhalb des Personals stimmt da ganz entschieden was nicht mit der Kommunikation auch Patienteninformation is jetzt nich so das große Ding fürs Joseph-Krankenhaus. So kam nach ca. 7 h im Kreißsaal da war es ungefähr Mitternacht die Assisstenzärtzin, die wir aus der Notaufnahme kannten, in den Kreißsaal gerauscht und sagte, es müsse jetzt dringend weitergehen, es müßte möglichst schnell ein Wehentropf gelegt werden- und rauschte wieder raus. Danach passierte das ist kein Witz: gar nichts! Und zwar original gar nichts zwischen Mitternacht und ca. 7 Uhr morgens. Eine Nacht lang. Wir wurden einfach zu zweit im Kreißsaal auf der Gebärliege (oder wie das heißt) liegengelassen, ohne Betreuung, ohne Information, warum jetzt doch kein Wehentropf und wie es überhaupt weitergehen würde. Dazu muß ich erklären: ich hatte eine Fehlgeburt im 5. Monat. Is ja klar: das Personal kümmert sich um uns nicht, weil bei uns ja eh alles egal ist und nichts mehr zu retten. Und sie hatten mit den normalen Geburten wohl genug zu tun. Uns konnten uns also vernachlässigen. Kind is ja eh tot. Nur: ich hätte in dieser schrecklichen Situation erst recht Begleitung und Betreuung oder wenigstens Informationen! benötigt. Wir hatten überhaupt keine Ahnung, was noch passieren würde oder wie lange das Grauen im Kreißsaal noch weitergehen würde! Teilweise waren die Hebammen wohl auch einfach überfordert mit dieser späten Fehlgeburt, hatten diese Situation vielleicht selber noch nie und wußten nicht, was sie tun sollten. S.o.: keine Standards oder Handlungsanweisungen für Ausnahmegeburten. Oder nur schlecht qualifiziertes Personal?
Zwischendurch hab ich immer wieder um einen Kaiserschnitt gebettelt, da lächelte die Hebamme nur milde und sagte "das ist nicht gut für die Mutter, es muß eine normale Geburt sein". Medizinische Aufklärung geht anders, liebes St. Joseph! Patientenbetreuung geht anders!
Und noch was geht ganz anders bzw. geht gar nicht, weil: einige Wochen nach dem Krankenhausaufenthalt habe ich dem leitenden Chefarzt in einem Brief eine Schilderung meiner traumatischen Erlebnisse in seiner Klinik geschickt mit der Bitte um Verbesserung der Kommunikation zwischen den Hebammen und mit den Patienten. Er antwortete mit einem kurzen Brief, in dem er mir zum Abschluss alles Gute für meine junge Familie wünschte! Hallo!? Gehts noch? Ich habe in Ihrer Klinik, NICHT unterstützt von Ihren Mitarbeiterinnen, gerade mein Kind verloren! Textbausteine schön und gut, aber bei minimalem Qualitätsanspruch müßte man da schon nochmal gegenlesen! Und es kommt noch besser: etwa 10 Tage nach dem grandiosen Brief schickte mir das Chefarztsekretariat eine e-mail: sie bieten mir ein Gespräch mit dem Chefarzt, einer Hebamme und der damals diensthabenden Assistenzärztin an. Letztere würde sich binnen einer Woche mit einem Terminvorschlag an mich wenden. Das war vor 6 Monaten. Ich habe seitdem nichts mehr von der Gynäkologischen Klinik St. Joseph gehört oder gelesen thanks for absolutely nothing! read more