Eine Reise durch die Zeit
Wer noch nach dem ganz besonderen Ausflugsziel sucht, dem sei das Slawendorf in Neustrelitz empfohlen. Die Stadt liegt in Südmecklenburg und ist die ehemalige Residenzstadt des Herzogtums. Das Slawendorf ist eine im Mai 1998 eröffnete Anlage, welche sich der Zeit der Besiedelung Mecklenburgs durch slawische Stämme zwischen dem 7. und 12. Jahrhunderts annimmt. Zu diesem Zweck wurde am Ufer des großen Zierker Sees ein historisches Slawendorf aufgebaut. Es befindet sich am Rande einer Gartenanlage und ist von Wald umschlossen. Lediglich eine Seite zeigt auf den Zierker See. Ziel der Veranstalter ist es, die Lebenswelt der Slawen historisch nachzubilden. Auf der anderen Seite sollen die Besucher auch in die handwerklichen Tätigkeiten der Slawen eingeführt werden, so ist es möglich dort Kerzen zu erstellen oder andere, kleine Dinge zu produzieren.
Das Slawendorf punktet einfach mit seinem Gesamtpaket: Wenn die Besucher das Eingangstor durchschreiten, fühlen sie sich in der Zeit zurückversetzt. Die Hütten sind aus Holz gebaut und einfach gehalten, es werden (scheinbare) Nutztiere gehalten und im Zentrum, auf dem Dorfplatz, ragt ein großer Aussichtsturm in den Himmel, von dem aus man einen perfekten Ausblick über den Zierker See hat. Allein schon deswegen ist eine Reise in das Slawendorf zu empfehlen. Ansonsten bietet das Programm sehr viel, vor allem für Kinder: Neben den kleinen Bastelarbeiten gibt es auch viel zu lernen. So erfährt man nicht nur historisches über das Volk der Slawen und wie man heute noch (etwa durch Ortsnamen) darauf hingewiesen wird, sondern man erfährt auch, wie sich der Alltag vor mehreren Jahrhunderten abgespielt hat und wie die Menschen lebten.
Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt und so gibt es dort während der Saison auch einen Grillstand, an dem man essen und trinken kann. Das Slawendorf ist ein beliebtes Reiseziel für Touristen und auch für komplette Reisegruppen, die von überall aus dem Land oder sogar aus dem Ausland anreisen. Auch Schulklassen nehmen das Bildungsangebot oft und gerne wahr.
Was jedoch zu kritisieren ist: Das Slawendorf hat wie die meisten Touristenattraktion nur in der Sommersaison geöffnet. Jedoch auch dann nur von Montag bis Freitag, sodass Besucher am Wochenende vor verschlossenen Türen stehen. Das ist nicht nur schlecht für das Geschäft sonder sorgt auch für schlechte Stimmung, weil diese Tatsache schlecht kommuniziert wird. Oft genug standen Besucher oder ganze Reisegruppen bereits vor der verschlossenen Tür. Man sollte aber fairerweise sagen, dass das Slawendorf zu einem Großteil mit öffentlichen Mitteln finanziert ist und nah an der Grenze zur Existenzbedrohung steht. Das relativiert aber nicht den Punkt der mangelnden Kommunikation. read more