Das Schloss Johannisburg dominiert die Stadt Aschaffenburg, besonders imposant, wenn man von Darmstadt oder Großostheim kommend auf die Stadt zufährt. Das vierflügelige heutige Schloss wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts gebaut und umschließt als fünften Turm einen alten Bergfried, der von einer mittelalterlichen Burg stammt, die hier schon im 14. Jahrhundert gestanden und dann im 16. Jahrhundert zerstört worden war.
Im Erdgeschoß befinden sich die Schlossweinstuben, die auch auf ihrer Sommerterrasse einen herrlichen Rundblick bieten über die Mainauen und bei guter Fernsicht bis zum Odenwald. 1974 wurden sie durch den bayerischen Landwirtschaftsminister als Gutsausschank der staatlichen Hofkellerei Würzburgs eröffnet. Schon zweimal wurde den Weinstuben das Frankenweinschild in Gold verliehen.
Das Schlossbrevier wie hier die Speisekarte ob ihrer zahlreichen zusätzlichen Beiträge über das kurfürstliche Schloss genannt wird, bietet fränkische Gerichte, Hausmannskost und Brotzeiten an und neben den üblichen Getränken einer Gaststätte echte fränkische Tropfen aus der Hofkellerei Würzburg.
Weniger zum Dinieren als viel mehr zum Schoppen' besucht man üblicherweise diese Weinstuben, und zum Schoppen isst man dann auch eine Kleinigkeit. Hierfür bietet die Speisekarte eine durchaus breit gefächerte Auswahl: ihren Suppentopf, warme Schmankerl, Toasts, Salate und einige warme Speisen wie Schnitzel und Steaks. Ergänzt wird dies mit Knabberzutaten, zwei einfachen Käsegerichten (Weinkäse und Käsewürfel) und einer Brotzeitkarte mit acht weiteren Angeboten wie Kochkäse, angemachter Camenbert, Wurstsalat, Bürgervesper und Fürstenplatte. Kaffee und Kuchen sind zwar in einer renommierten Weinstube nicht angemessen, decken aber eine Notwendigkeit im Blick auf die zahlreichen BesucherInnen untertags, auch Reisegesellschaften werden hier verköstigt.
In meiner Aschaffenburger Zeit war ich ungezählte Male mit ganz unterschiedlichen Gästen hier eingekehrt. Die allermeisten Speisen und Weine haben wir im Laufe der Zeit verköstigt, nur ganz vereinzelt gab es kleinere Beanstandungen. Die Qualität des Gebotenen war immer gediegen und zufriedenstellend, weder kreativ noch innovativ, stets Hausmannskost eben. Dass die verwendeten Kräuter tatsächlich und immer aus dem hauseigenen an der Treppe zum Main hin einsehbaren Kräutergarten stammen, konnten wir nicht erschmecken, ja ein bisschen bezweifeln wir dies.
Wir kamen immer des Weines wegen und dazu aßen wir eben etwas. Die Weine stammen allesamt aus der Hofkellerei Würzburg und gehören zum Besten, was Franken zu bieten hat. Zehn Schoppenweine und zehn Flaschenweine werden angeboten. Weniger beim Essen, mehr bei den Weinen stimmt das Preis- Leistungsverhältnis.
Im Service sind sehr viele Kräfte beschäftigt. Für die Qualität der Bedienung ist ganz entscheidend, wem der Tisch zugeteilt ist, an dem man Platz genommen hat. Von nett bis barsch, von freundlich bis herrisch reicht die Palette der Charakteren, denen man da im Laufe der Zeit begegnet. Überwiegend hatten wir aber Glück und wurden zufriedenstellend bedient. read more