Den vorausgegangenen Berichten kann ich mich nur anschließen und sie durch meine Aussage verstärken.
Am ersten Advent 2012 erhoffte ich einen guten Tag zu krönen in dem Restaurant, das sich in höchsten Tönen lobt und durch die hohen Preise ein Gourmetvergnügen erwarten ließ.
Empfangen wurden wir von gähnender Leere und blieben außer 2 weiteren Gästen die 4 zu Bewirtenden an diesem Abend.
Inzwischen ist klar warum, hätte ich ihre Berichte nur vorher gelesen.
Ich kannte die Schelmenstube aus früheren Zeiten, als sie ein besonderes Restaurant war, das rundum verwöhnte.
Was gestern auf den Tellern landete war, mit Verlaub gesagt, eine Unverschämtheit. Die Schnecken, die in einer handelsüblichen Kräuterbutter lagen, auf die ein wenig trockene harte Kräuter und ein paar verbrannte Knoblauchstückchen gestreut wurden, ließen nichts Gutes erahnen. Die Weinkarte ließ im Verhältnis zu den angebotenen Speisen keine adäquate Auswahl zu.
Der Gipfel war die Hauptspeise: Gänsebraten mit Rotkohl, glasierten Maronen und Klößen zu 24.80EUR.
Nicht einsehbar für uns wurde das Essen auf den Tellern gerichtet, sodass kein Überblick über die vorhandene Menge möglich war.
Die Gans sollte aus Brust- und Keulenteilen bestehen. Was kam waren undefinierbare, harte trockene ausgelaugte Stückchen aber auch fette, schwabbelige Hautfetzen, die alle ungenießbar waren. Die in meinen Augen Fertigsoße sollte wohl alles geschmeidig machen und ein Hochgenuss zu den Pfanniklößen sein. Weder waren die Maronen glasiert, noch waren sie heiß. Es fand sich noch ein grauer Klecks halbgegarter Zwiebel auf meinem Teller und ein bissfestes Rotkraut, das als solches definierbar war. Als ich der Chefin sagte, dass das nicht genießbar sei und das Preis- Leistungsverhältnis aber so ganz auseinander laufen würde, meinte sie, dass es ja noch Fleisch auf dem entfernt stehenden Stövchen gebe, sie trug es auf und es entpuppte sich als ein durch und durch sehniger Flügel. Ich weigerte mich das zu essen und sie erklärte, dass diese Teile so üblich seien, wenn man keine ganze Ganz essen würde.
Na, da geht man mal nur auf den Frankfurter Weihnachtsmarkt und wird mit anderen Gansessen erfreut.
Sehr schnell wurde mir erklärt, dass ich die Hauptspeise nicht bezahlen müsse, was ich in Anbetracht dieser Enttäuschung richtig fand.
Ich frage mich nur, wie können Angepriesenes und Gebotenes so auseinander liegen und hat ein Koch nicht eine Berufsehre, die ihm verbietet, einem Gast so etwas vorzusetzen?
Wieder einmal steckt für mich auch die Erfahrung drin, dass Preise gar nichts aussagen. read more