Ich war letzte Woche das erste Mal in der Praxis, wegen meiner halbjährlichen Mandelentzündung. (Der einzige Grund, der mich überhaupt dazu bringt, zum Arzt zu gehen.)
Der Empfang war trotz, oder grade wegen meines desolaten Zustandes verhalten bis unfreundlich, im Wartezimmer saßen vier Patienten. Trotzdem verbrachte ich etwa anderthalb Stunden, gegen Ende peinlicherweise unter Tränen, auf dem wohl unbequemsten Stuhl unter der Sonne (39 Grad Fieber, Halsschmerzen, Kopfschmerzen Gliederschmerzen wahrscheinlich vom Stuhl..).
Die Dame, die mich in Dr. Michails Zimmer brachte, schien das nicht weiter zu interessieren, vielleicht bemerkte sie es auch einfach nicht, da sie sich nicht die Mühe machte, mir beim Sprechen ins Gesicht zu sehen.
Der Arzt diagnostizierte nach zweisekündigem Blick in den Hals eine Erkältung. Die Frage: Aber Fieber haben sie nicht? ließ mich fast vom Glauben abfallen immerhin saß ich heulend vor ihm. Ich kann mir vorstellen, dass viele neunzehnjährige Mädchen etwas sehr sensibel sind, aber ernst genommen möchte ich mich bitte trotzdem fühlen. Ich wies ihn also nochmal darauf hin, dass es ne Mandelentzündung sein könnte, die Symptome seien ja auch erst heute aufgetreten, aber er verschrieb mir Ibuprofen, mit der Anweisung, doch sonst am Montag nochmal wieder zu kommen. Ich ruf also zwei Tage später an, ob es normal sei, dass ich trotz der Pillen vierzig Grad Fieber und die Halsschmerzen meines Lebens hätte, er meint, jaja, normale Abwehrreaktion des Körpers, aber kommen Sie doch sonst nochmal vorbei. Hier wollte jemand offensichtlich einen Fehler nicht eingestehen, ich hatte weder Kraft noch Lust mich da wieder hinzuschleppen, also in naiver Hoffnung Schmerzen ertragen, die natürlich nicht besser wurden. Am nächsten Tag in die Notfallpraxis Altona. schön wars nicht, aber immerhin endlich Penicillin gekriegt.
Fazit: Einem Arzt, der nichtmal eine stinknormale Mandelentzündung diagnostizieren kann, und das in einer so unfreundlichen Praxis, werde ich mich nie wieder anvertrauen. read more