Die Tradition des Hauses reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, wo bereits das Rosenwirtshaus in Bamberg einen Namen hatte und schon im letzten Jahrhundert war die Brauerei Wilde Rose im Bamberger Raum weithin bekannt. Nach dem Wiederaufbau des Hauses nach dem Krieg wurde der Gasthof von verschiedenen Pächtern geleitet und ist seit 2004 mit Frau Andrea Konrad wieder in Familienhand.
In den 90-er Jahren war ich häufig und nun nach langen Jahren jetzt wieder hier zu Gast. Die Einrichtung und Ausgestaltung des Lokals ist bis ins kleinste Detail unverändert geblieben, sogar die gelben Papierservietten sind wie eh und je. Der eine wird dies als Traditionsverbundenheit, der andere lediglich als Mangel an Gestaltungsideen bezeichnen. Ob die farbigen Teelichtgläser als Neuerung zu verstehen sind? Stilgetreu sind sie jedenfalls nicht! Wie eh und je ist die Gaststätte sauber ohne Zweifel und nicht ohne Eleganz, aber insgesamt doch bloß altdeutsch bieder. Möge dies den Gästen geschuldet sein, die hier einkehren, denn es fiel mir mehr als in früheren Jahren auf, dass die Besucher allesamt um das 6-te und 7-te Lebensjahrzehnt gruppiert waren.
Die Speisekarte für den Abend ist gut gefüllt mit interessanten Angeboten, die zweiseitige Mittagskarte gibt mit ihrer Auswahl einen guten Querschnitt, der von Suppen über sog. leichte Kost, fränkisch Deftiges bis hin zu einigen Pfannengerichten reicht. Ich wählte die Salatkomposition mit Nackensteak und Baquette. Die Salatteile waren verschieden angemacht und dann auf dem Teller zusammengeführt. Leider ließ man dabei den jeweiligen Dressing nicht genügend abtropfen, so dass im Teller ein suppenähnliches Flüssigkeitsbett entstand, das ausgesprochen unansehnlich war und ebenso schmeckte, da die Flüssigkeit der Roten Beete mit der Dillsauce der Gurken und dem restlichen Dressing weder für das Auge noch für die Zunge harmonieren konnte. Dass dann hierin auch das Nackensteak badete, setzte dem Ganzen eine Art Krone auf. Dies entspricht ganz und gar nicht dem im Internet angepriesenen hervorragenden Ruf der Küche', in früheren Jahren war dies um vieles besser.
Gleiches gilt für den Service. Die Tische waren besetzt und es gab viel zu tun, doch das allzu geschäftige Hin und Her war übertrieben und verbreitete eher Hektik. Dass mein Monitum nach entsprechender Nachfrage, ob es denn geschmeckt hätte nicht wirklich auf Interesse stieß, hatte ich fast erwartet. Dass ich dann, um mit der EC-Karte zahlen zu können, extra zur Hotelrezeption musste, dort auch noch schnippig abgekanzelt wurde, weil ich mir erlaubte zu fragen, ob denn der Küchenchef in den letzten Jahren gewechselt habe, das passte ganz in mein Gesamtbild. Nicht nur das Durchschnittsalter der Gäste lässt vermuten, dass dies alles auf Dauer keinen Bestand haben kann.
Dieses Lokal kann ich nicht empfehlen. read more