Auf diese Enttäuschung haben wir uns wochenlang gefreut !!! Vor ca. vier Jahren waren wir schon einmal auf der Wielandshöhe. Damals war schon der erste Eindruck ein Erlebnis. Schön gedeckte Tafeln in großem Abstand zueinander, alles wirkte luftig, dazu die zweifellos schöne Aussicht (die es immerhin immer noch gibt.) Obwohl wir schon einigermaßen verwöhnt sind ( wir gehen öfter mal in gute Restaurants - auch um uns Anregungen für die eigene Küche zuhause zu holen) war das Essen damals eine echte Offenbarung. Einzig die Art wie Vincent Klink Bratkartoffeln macht (dünn gehobelt und nur sehr zart angebraten) fand nicht meine hundertprozentige Zustimmung, aber was solls, es kann nicht immer alles punktgenau den eigenen Geschmack treffen. Der Service war damals ebenfalls perfekt. Motiviertes, gutgelauntes Personal das unauffällig immer gerade zum rechtem Zeitpunkt erscheint und nachgießt, fragt, ob noch etwas gewünscht wird oder ob alles in Ordnung ist. Wie anders diesmal: Die Tische dicht gedrängt, als hätte es draußen gerade zu regnen begonnen und als hätte man Gäste von draußen nach drinnen retten müssen. Genervt wirkendes Servicepersonal. Immer wieder Wartezeiten, sei es auf das nächste Glas Wein, auf das zur Vorspeise fehlende Brot oder zum Schluß beim Zahlen. Dabei hatte ich erst kurz zuvor aus Vincent Klinks Buch Immer dem Bauch nach doch gelernt, dass díe Bedeutung eines guten Service in der Gastronomie gerne mal unterschätzt wird. Schade eigentlich, dass er diese Erkenntnis im eigenen Restaurant nicht mehr auf den Boden bringt. Was das Essen betrifft: Unbedingt einen Aperitif nehmen, dann gibt es dazu nämlich eine göttliche Lauchquiche. Danach wird es nämlich dürftig. Vorspeise war noch ganz ok, wobei 20 Euro für ein Scheibchen durchschnittlicher Gemüseterrine schon kernig ist und an den beiden dünnen Längsschnitten vom Steinpilz (26 Euro) ein kleines Häufchen Salatgarnitur nicht als Tellertätowierung empfunden worden wäre. Last but not least war die Fischsuppe meiner Frau zwar wirklich gut ( für 48 Euro auch zu erwarten), jedoch meine Rinderfiletspitzen Stroganoff handwerklich derartig schlecht gemacht (total durchgebraten, zäh wie Schuhsohle und unter völligem Fehlen des für dieses Gericht typischen Aromas der Soße nach einem Hauch Salzgurken), dass ich sie sofort zurückgehen lassen wollte. Ein Blick auf das Gesicht meiner Frau verriet mir jedoch, dass ich den beabsichtigten Zauber des Abends nicht noch vollends ruinieren sollte. Was die Getränke betrifft, so habe ich im Schwäbischen eigentlich noch nirgends erlebt, dass man mit der Menge spart. Die 0,1l Wein waren geschätzt jeweils zwischen 0,06 und 0,08l. Aber vielleicht war das ja ein Hommage ans Münchner Oktoberfest, wo die Maß Bier im Schnitt ja auch nur 0,6 l hat In die Dessertkarte haben wir noch einen Blick geworfen aber wir hatten es dann doch gründlich satt. Unser Fazit: Leider nur noch Nepp nie mehr wieder ! read more